Mittwoch, 10. Februar 2016

Stilvoll, kompetent und mit Klasse. Kleidung hilft.

Leinentop. Christina Diwold für FrauJona&son
Formen sprechen
Die in unserem Kulturkreis üblichen Kleiderformen tragen Aussagen in sich, die wir unbewußt verstehen und selbstverständlich übernehmen. Politikerinnen und Politiker, Menschen im Managementbereich profitieren von klaren Formen, betonten Schultern und glatten Oberflächen. Viele Berufe erfordern eine Uniform und auch mit ihnen verbinden wir bestimmte Eigenschaften: der Polizist, die Soldatin, die Ärztin, der Anwalt, die Köchin, der Bankangestellte usw. Wir wären höchst irritiert, wenn sich diese nicht an ihre Kleidercodes halten würden. 

Kleidung formt den Körper, wir können uns dessen bedienen und uns unterstützen lassen, was natürlich keine anderen Menschen aus uns macht aber doch mithilft, die Persönlichkeit zu werden, die wir gerade sein wollen.

Folgende Fragestellungen sind immer wieder genannt geworden,(wer sich für andere Fragestellungen interessiert, die hier nicht erwähnt werden, sollte einen Kommentar schreiben oder mir eine Nachricht schicken- dann können wir beide darüber nachdenken):

Post aus der Schweiz: Mein Buch ist da!

Das erste Exemplar ist gerade bei mir angekommen, frisch gedruckt und wunderschön....am
7.März ist es offiziell im Buchhandel erhältlich. Es kann aber schon vorbestellt werden. Was für eine Freude. Danke Christina Diwold für die wunderschöne Umsetzung meiner Projekte, Danke Heidi Müller vom Haupt Verlag für das Vertrauen in meine Idee. Mein Tag fühlt sich gerade wunderbar an :-)

Potatoe Wedges mit der besten Soße ever

Gestern war mir nach einem würzigen Essen, außerdem wollte ich eine Soße ausprobieren, die ich am Wochenende über FB entdeckt habe. Redakteur Hans Gerlach vom SZ Magazin hat einen sehr anregenden Bericht zu dieser vom weltberühmten Koch David Chang inspirierten Soße geschrieben, die ich trotz massiver Magenverstimmung ausprobieren mußte. Naja, ich habe mir noch einige Tage gegeben und gestern war es soweit. Absolut die würzigste und leckerste Soße, ich habe sie zum Ausgangspunkt für meine eigene Kreation gemacht.



Supersimple Leckerschmecker-Soße, die zu allem passt

Miso
Chilisauce
Ketchup
Wasser
Agavendicksaft( oder Honig oä)
Öl

Ich habe zuerst aus Miso und Wasser die Basiskonsistenz hergestellt, leicht dicklich angerührt. Dazu Chilisauce und dann, um den kräftigen, salzigen Geschmack ein wenig mittels Säure und Süße abzurunden, einen Löffel Ketchup zugegeben. Dazu noch ein wenig Agavendicksaft. Dann noch ein paar Tropfen Sesamöl, der Geschmack ist aber auch schon ohne Sesamöl umwerfend.


Es lohnt sich wirklich, mit Miso zu experimentieren. Dazu gab es selbstgemachte Potato Wedges, die kräftig mit Bio-Steakgewürzsalz, Olivenöl und etwas von der neuen Soße eingerieben sind. Die Soße macht mich jedenfalls süchtig und ich werde sie jetzt wohl öfter machen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Ballast abwerfen- für eine stimmige Garderobe

Christina Diwold für Frau Jona&son

Ich habe nichts anzuziehen
"Ich stehe vor meinem offenen übervollen Kleiderschrank...und kann mich nicht entscheiden, was ich anziehen soll." Kennst Du das auch? Die gute Nachricht: es gibt Strategien, um Klarheit in deine Garderobe zu bringen. Um den Rahmen dieses Posts nicht zu sprengen, gehe ich in weiteren Artikeln auf Einzelaspekte ein(diese versehe ich mich einem Sternchen*). Vorher noch: Egal, ob Du Dich gerne inszenierst oder am liebsten täglich dasselbe Outfit anziehen würdest oder ob Du irgendwo dazwischenliegst, gibt es Grundregeln, die für alle gelten. Ziel ist eine leicht zusammenstellbare Garderobe(Capsule Collection), die die Nerven, das Zeitbudget und den Geldbeutel schont und dem Fast Fashion-System eine Absage erteilt.

Museum oder Gegenwart?
credit: http://www.lifehack.org/articles/lifestyle/clear-your-wardrobe-unused-clothes-and-make-extra-money.html
Als ich vor einigen Jahren begann, meine Garderobe auf klare Füße zu stellen, stand zuerst eine ehrliche Analyse auf dem Programm. So mußte ich mich der Tatsache stellen, daß mein Kleiderschrank etwa vier Lebensphasen enthielt- die Kunststudentin, die Modedesignerin in einem Unternehmen, die Mama, die Wiedereinsteigerin in einen anderen Beruf und mit größerer Kleidergröße, verschiedene Stile, schwer zu kombinierende Farben, ein Lebensrealitäten-Museum, komprimiert auf kleinem Raum. Zusammengehalten wurde diese Kollektion von der Hoffung, bald wieder in die schmaleren Stücke schlüpfen zu können......Heute blicken mich schöne Basics, selbstgemachte Schätze, Vintage- und Wow-Teile in meinen bevorzugten Stilen an, die meisten in meiner derzeitigen Größe und eine Größe kleiner, denn dort will ich wieder hin. Es sind weniger Stücke als vorher und es findet sich tatsächlich noch etwas Platz für neue Stücke, neue Launen, neue Stile*.


Projekt Kleiderschrank- Meine Garderobe bin ich
Eine einfach zusammenstellbare Garderobe sollte die gegenwärtige Lebenssituation abbilden, eine reduzierte Anzahl an Kleidungsstücken bieten, die miteinander harmonieren. Und ein wenig Sternenglanz*.

Zu Beginn dieser Reise stehen einige Fragen an Dich: 

ReDesign bald in den Buchläden...und bei mir

Bald ist es soweit und mein erstes Buch ReDesign- Neues nähen aus alten Kleidern kommt in den Buchhandel. Ich bin schon sooo gespannt, ob es euch ebenso gut gefällt wie mir :-)

Die erste Möglichkeit, das Buch, einen Workshop UND mich
auf einmal zu bekommen, ist am 11.3. in Hörsching, wo ich einen Workshop halte. Natürlich nehme ich einige Schätze aus dem Buch mit- sowie das Buch selbst. Hörsching liegt strategisch günstig, besitzt einen Bahnhof und sogar einen Flughafen :-)

Anmelden könnt ihr euch bei der lieben Johanna Leberbauer unter johanna.leberbauer@vhsooe.at

Freitag, 29. Januar 2016

Donnerstag, 28. Januar 2016

Golden Milk

Habt ihr von der goldenen Milch gehört? Ich bis vor einigen Tagen nicht und da ich generell viel mit Curcuma koche, habe ich diese Milch gleich ausprobiert.

Die goldene Milch wird im Ayurveda seit Jahrhunderten  als heilendes, anregendes und reinigendes Getränk geschätzt. Goldene Milch wirkt stark entzündungshemmend, besonders in den Gelenken, was nicht nur Menschen mit Rheuma freuen dürfte. Darüber hinaus stärkt Goldene Milch das Immunsystem und regt die Leberfunktion an, reinigt und wirkt antioxidativ.....klingt interessant, nicht wahr?

Davon gelesen habe ich bei Tina Groh, hier steht auch einiges mehr zur Heilkraft von Kurkuma. Aber im Grunde finden sich Dutzende schöner Einträge(hier etwa) von Rezepten im Netz. Da mein Kurkumavorrat zur Neige gegangen ist, habe ich mir überlegt, wo es denn gutes Kurkuma, bio und preislich passend gibt und bin draufgekommen, daß man bei Sonnentor auch online bestellen kann. Und die lieben Menschen von Sonnentor verkaufen ihre Gewürze nicht nur in kleinen Tütchen und Säckchen sondern auch in ordentlichen Gastropackungen! Nach 2 Tagen war meine Bestellung da.

Fazit: Sie schmeckt sehr gut, würzig, wärmend und macht "satt" in einem ganzheitlichen Sinn. So hat es sich für mich angefühlt. Ich selbst hatte keine Nussmilch oä daheim, ich habe mir die Basis mit dem Vitamix gemacht und einfach Sesam und etwas Haferflocken zusammengemixt mit Wasser, abgeseiht und verwendet. Mich würde natürlich interessieren, ob Du sie ausprobiert hast und wie sie Dir geschmeckt hat!




Dienstag, 26. Januar 2016

SEEK- wer suchet, findet auch dort Eco Labels

Fashion Week, Teil 2: SEEK....Gleich zu Beginn wird man mit wummernden Bässen begrüßt, das Publikum vereint Hipster mit unterschiedlich gestylten Modemenschen. Das Catering bietet Käsespätzle, lässige Möbel locken zum Ausrasten und Handy-Spielen ein.....

Was tut man auf einer Messe, die den Aspekt der Produktion fast zur Gänze ausklammert? Ich schlenderte durch die Gänge und es erinnerte mich an den Besuch eines Lebensmittelgeschäftes, in dem man mit Tunnelblick die bio- und regionalen Lebensmittel sucht und den großen Rest ignoriert. Da die wenigen Eco Labels nicht extra markiert waren, mußte ich genauer hinsehen. 

Gemütliche Sitzpyramide
Ich habe mich nicht zurückhalten können und einige Labels, die rein vom Design her wirklich ansprechende und optisch länger gültige Produkte angeboten haben, gefragt, wo und wie ihre Waren produziert werden. Und ob das Leder vegetabil gegerbt ist? Da wird einem mit einem Lächeln in die Augen gesehen und cool geantwortet. Und dann ein sanftes Augen-Rollen, den Kollegen leise fragen...."ob es hier auf der Messe etwas in Öko gibt", so als ob es sich um einen eigenen Fachbereich handelt, eine eigene Nische, so wie Leder oder Stoff, Blau oder Grün. Für diese Frau von einem anderen Stern, die Ökotante. Ich war in einem hippen Paralleluniversum gelandet. Naja, ich wollte es ja wissen. Wie man diese Spannung aushalten kann, ein zwar schönes Produkt in Händen zu halten, aber so gar keine Ahnung haben zu wollen, wie es produziert worden ist, ist wirklich interessant. Nach einigen Labels hatte ich genug von meinen provokanten Fragen und den entsprechenden Reaktionen und versuchte herauszufinden, ob es nicht doch einige "ordentlich" produzierende Labels gäbe. Und- es gab sie!

Gleich zu Beginn ist mir eine japanische Denimfirma aufgefallen, AIZOME1, von der ich noch nie gehört habe. Ein Unternehmen, das zur Gänze in Japan produziert, das Land, wo Textilkunst tief in der Tradition verwurzelt ist. Indigo und Denim treffen hier mit umweltfreundlichen Mitteln aufeinander. Wer weiß, wie sehr ich Indigo und Materialgestaltung liebe, weiß, daß dies definitiv Glücksgefühle ausgelöst hat, endlich wieder etwas in dieser Richtung auf einer Messe zu sehen.

ekn Footwear
ekn Footwear von Noel Klein-Reesink. Ein Mann, der seit vielen Jahren ein wichtiger Teil der Eco Design Szene Deutschlands ist und ein Schuhlabel aufgebaut hat. Produziert wird in Portugal, der Fokus liegt auf Herrenschuhen, die von der Form her cool und schön sind, daß ich nicht verstehen kann, wie man hier auf die Damen vergessen kann und nicht schon ab Größe 39 produziert. Für Damen gibt es einen zierlichen Schnürstiefel in Veloursleder und einen ebenso zierlichen Boot     (der Herr links im Bild hält beide in der Hand). Architektonisch anmutende Unisexschuhe in einer grau-schwarzen Farbkombination sind die Eyecatcher auf dem Stand, die auch von einem japanischen Designer kommen könnten. Diese wirken bequem, speziell aber nicht zu extravagant. Weiters Sportschuhe mit Neopren. Im Webshop finden sich auch schöne Laufschuhe, die mir am Stand nicht aufgefallen sind. Noel hat es geschafft, eine Reihe an Schuhen zu schaffen, die klassisch, langlebig, modern und innovativ in einem wirken. Definitive Haben-Müssen-Schuhe.




Das zweite Schuhlabel ist Veja aus Frankreich mit zahlreichen Sneakers. Das allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen mußte und nun nicht mehr als reine Eco Schuhfirma firmieren kann. So mußte die Firma aufgrund zu geringer Nachfrage einen Schritt zurück machen, so wurde es mir erklärt, und begann wieder Schuhe mit chromgegerbtem Leder zu machen, die korrekte Bezeichnung lautet "low chrome".Vegane Sneakers finden sich auch bei ihnen, da spielt das Thema Leder dann keine Rolle. Die Sohlen sind aus Gummi, das Innenleben der Schuhe aus Biobaumwolle.

Das schwedische Label KAVAT mit seinen klassisch soliden Boots und Schnürschuhen ist ebenfalls auf dieser Messe und passt perfekt zur SEEK, die zwar eine klassische Trendmesse mit konventionellen Anbietern ist aber doch- oder kam es mir nur so vor- recht solide wirkte. Kein Fast Fashion sondern schön gearbeitete Produkte. Für die ordentlichen Hipster, die gerne Craft Bier trinken. Da kann man zur guten Jeans dann auch einen soliden Eco Schuh anziehen.:-)



Weiter ging es zu Nudies, einer der beliebtesten Eco Jeansmarken, wie ich in Gesprächen festgestellt habe. Große Auswahl an Schnitten und Waschungen plus Oberbekleidung.

Eine Entdeckung der österreichischen Art: die vegane Naturkosmetikmarke Be (...)my friend aus Salzburg. Klein, fein, mit hochwertigen, pflanzlichen, nahezu medizinischen Produkten für eine gesunde Haut. Die Neurodermitis der Labelgründerin war ausschlaggebend für ihre Beschäftigung mit natürlicher Hautpflege. Daraus hat sich ein kleines Unternehmen entwickelt, das Peelingsalz, Duschgels, Bartshampoo und andere Produkte anbietet, die in sich multifunktional sind. Die Preise sind eher hoch angesetzt. Die Verpackung ähnelt L:A Bruket und ist somit sehr schön.
Ja, das war´s von mir und meinem ersten Besuch bei der Seek. Klar ist, daß die Eco Schuhlabels hier am richtigen Platz sind. Denn hier spielt die Musik. Das eine oder andere Label werde ich hier vergessen haben, Knowledge Cotton Apparel etwa, die mit einem der größten Stände aufgewartet haben und vermutlich noch einige mehr. Bye bye aus der wummernden Halle und bis bald im Juli.





Montag, 25. Januar 2016

Grüne Mode in Berlin- Rückblick Fashion Week

Gemeinsam mit Freundin Petra von SONIS LADEN fuhr ich letzte Woche nach Berlin, um neue Stücke für den Laden zu entdecken. Unser Start war die wohl wichtigste grüne Modemesse, die Ethical Fashion Show im Postbahnhof. 

Die Messe, die einst in Paris ihren Anfang nahm und von der Messe Frankfurt nach Berlin geholt wurde, hat sich als die grüne Modemesse in Berlin etabliert. Dass der luxuriösere Green Showroom, der einst im Hotel Adlon beheimatet, nun ohne räumliche Trennung sanft ineinanderlaufend ebenfalls im Postbahnhof platziert ist, kann ein Indiz sein, daß diese Messe in die Ethical übergehen wird, quasi als Luxus-Part derselben. Ich habe doch einige Stimmen vernommen, die sich dafür ausgesprochen haben. Nun zu den Labels beider Messen, die mir besonders gut gefallen haben, ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich kann auch einige übersehen haben...
helle Farbpalette bei Studio Jux
Wir starteten unseren Besuch bei Studio Jux, einem Label, das wir seit letztem Jahr erfolgreich im Laden verkaufen. Und dort blieben wir ziemlich lange, weil uns die Mischung aus zarten Stoffen, grobem Handstrick, hellen, sanften Farben und dunklen Tönen ausnehmend gut gefallen hat. Ihre Farbstimmung ist immer sanft, hell und leicht. Ich finde dies sehr wichtig, gerade in unseren Breiten, wo generell im Zweifelsfall zu dunklen Farben gegriffen wird anstatt sich mit hellen Farben eine "leichtere" und freundliche Garderobe aufzubauen.Erwachsene Schnitte, keine überflüssigen Details.

Gleich daneben mein Lieblingslabel und das schon seit vielen Jahren: Elsien Gringhuis, ebenfalls aus den Niederlanden. Perfekt geschnittene Blousons aus hochwertigem Loden, Mäntel aus Gottstein-Walk, tiefes Dunkelblau, Walk-Pullover, schmal und kurz geschnitten, eine schmale Hose aus Walk und Stretch. Wolken-Print. Konstruierte Schnittformen, klare Aussage. Wollweiß, Grau, Mittelblau, Nachtblau. Das, was sie macht, hat Bestand über viele Jahre hinweg, sie hat eine innovative Designhandschrift...und wäre vermutlich bei einer gesamt innovativeren Messe mit mehr Einkäufern besser aufgehoben. Premium?
Reet Aus

Reet Aus und Petra
Ein weiteres wichtiges Highlight für mich ist ebenfalls schon sehr lange die Designerin Reet Aus aus Estland. Humorvolle Applikationen mit Wolken und Pfeilen, zusammengestückelt aus Stoffresten. Baumwolle, Seide. Oberteile, T-Shirts, Kleider und mehr. Gut verarbeitet, aus Resten der Textilindustrie hergestellt. Dieses Label macht einfach wunderbares Upcycling und ist- denke ich- das erste, das den Schritt von der Werkstätte in die Textilfirma gewagt und Upcycling in großem Stil auf die Beine gestellt hat. Sie arbeitet mit Bangladeshs größter Bekleidungsfirma zusammen, deren Stoffabfälle(größtenteils nicht bio) sie für ihre Kollektion nutzt(mehr dazu hier).


Das sympathische Paar von myssy und Petra von Sonis Laden
Im Erdgeschoss eine Neuentdeckung: myssy aus Finnland. Wenn es den Preis für das sympathischste und kultigste Paar der Messe zu vergeben hätte, würde ich ihn diesem Paar überreichen. link zu ihrer Geschichte. Beide mit Retrobrillen, er sympathisch mit dem Strickzeug in der Hand und handgestrickter Krawatte, stellten sie mir ihr Label vor. Ihre Hauben, Loops, Krawatten, naturfarben oder pflanzengefärbt, werden von älteren Damen gestrickt. Sie bewirtschaften einen Biobauernhof, woraus sich ein angeregtes Gespräch entwickelte, denn ich bin ja auch so eine :-) Als ich mir ihre Homepage näher ansah, hat sich eine Welt aufgetan. So ist Janne einer der besten Windsurfer Europas gewesen, bevor er zu stricken begann, bitte nachlesen, ist wirklich interessant.

Danach ging es zu Saint Basic aus den Niederlanden mit schöner Unterwäsche aus Tencel, in sanften Mint/Grau/Blautönen mit grafischem Retromuster. Diese wird sich sicher in Sonis Laden finden. 

Harold´s, das in Südamerika produzieren lässt und pflanzlich gegerbtes Leder verwendet, bietet eine gute Auswahl an Taschen, von kleinen Börsen bis zu klassischen Reisetaschen.Ebenfalls Teil unseres Sortiments.

Prakash von Cocccon, mit Wollschal
Erwähnen möchte ich noch die großen Webschals aus Wolle, die Seidenschals mit Blockprint von Cocccon. Labelgründer Prakash bot uns eine traditionelle indische Nascherei an, aus Mandeln, Zucker und Kardamom, sehr delikat und süchtig machend. 

Gleich daneben haben mich die traditionell gefertigten Schals und Quilts in Shiboritechnik von Living Blue begeistert, einem Unternehmen aus Bangladesh, in traumhaften Indigotönen. Das hat mich doch sehr an meine Kunstunizeit erinnert, wo ich mich selbst im Shibori versucht habe.
Shibori und Quilt bei Living Blue
Weitere Highlights:
--Immer wieder schön ist die Schuhkollektion von nine to five aus Hamburg. Wermutstropfen sind die schmalen Formen, die eher für zierliche Füße gedacht sind. Emma Peel hätte hier ihre wahre Freude gehabt und Coco Chanel auch, wenn ich bestimmte Farbkombis wie zartrosa und Schwarz denke.

--deepmello gleich daneben, bekannt durch sein Rhabarberleder (mit Extrakten aus der Rhabarberwurzel gegerbtes Leder) mit einer soliden Kollektion aus Accessoires, Taschen und Kleidung. Lieblingsfarbe Schwarz.
--Wer klassisch schmale Hemden ohne Schnickschnack sucht, ist bei der Schweizer Firma Carpasus gut aufgehoben.

Modenschau
Danach begab ich mich zur Modenschau der Ethical (die Green Showroom Show habe ich leider verpasst, aber man kann sie hier nachsehen), die ich stehend bei den Fotografen verbrachte. Einen Sitzplatz hätte ich ohnehin nicht bekommen. Und ich hatte denselben Traum wie im letzten Jahr: ich würde mir eine Schau der Inspiration wünschen, das Zeigen neuer Talente, die Vielfalt von zeitgenössischem Eco Design, Vision, Grenzüberschreitendes. Ein Magnet der Berlin Fashion Week, an dem man nicht vorbeikann als Redakteurin, als Byer, als Meinungsbildner. Meiner Meinung nach könnte die Messe Frankfurt hier ein gutes Werk tun, wenn sie Lobbying betreibt und Interesse weckt für einen Modebereich, der mit wenigen Prozent Marktanteil am gesamten Modekuchen der Welt eine beinahe nicht vorhandene Nische darstellt. Es würde absolut Sinn machen, der Welt da draußen zu zeigen, daß es mehr gibt in der Eco-Welt als den hundertsten Hoodie, das tausendste Jerseykleid, die Yogahose, die vorne offene Hüllenjacke....definitiv mehr.

Bin ich idealistisch, wenn ich mir das wünsche? Ich wünsche mir, daß man das Thema Eco Fashion nicht einfach dem Markt und seinen Regeln überlässt, gerade wenn Eco einen Bruchteil des Gesamtmarktes darstellt und es eigentlich anders sein sollte. Eco sollte nicht nur mit dem Gewissen punkten sondern mit Schönheit und Innovation. Und das gehört gefördert.

Fazit: einige wunderbare Highlights von Labels, die ich seit Jahren kenne, wie immer viel zu viele Basics, dazu gute Labels, die ein klassisches Grundsortiment anbieten und solide Unternehmen, die über Jahre hinweg hochwertige Kleidung und Schuhe bieten. Manches könnte einen kreativen Schubs vertragen, Innovation ist leider Mangelware, aber etliches würde ich vom Fleck weg in meinen Schrank hineinkaufen: bitte 3 Mal Gringhuis, dazu KLeid und Oberteil von Reet Aus, eine kleine Harolds-Umhängetasche, einen breiten Gürtel von deepmello, dazu Studio Jux und Unterwäsche von Saint Basic, einen großen Wollschal von Cocoon, nine to five-Schuhe....wenn ich das nötige Geld hätte bzw eine Shoppingtante wäre. Interessieren würde mich, wie hoch der Anteil an konventionellen Einkäufern ist, die sich hierher verirren, ich hoffe, daß sie es tun.

Übrigens- Petra und ich haben auch die trendige SEEK besucht, um dort einige Eco Labels zu besuchen, die sich bewußt dort positionieren, mit Style und mit großem Abstand zum ökofaren Image. Dieser Besuch der besonderen Art wird ein weiterer Artikel werden :-)














Donnerstag, 14. Januar 2016

Kuyichi gibt auf

credit: Kuyichi
Gerade in der TextilWirtschaft gelesen. KUYICHI, eines der ersten Eco Fashion Firmen, das 2001 begann, zeitgemäßes Design mit Biobaumwolle zu verbinden, hört auf. Anbei ein sehr schönes Bild der Firma.