Mittwoch, 13. Oktober 2010

designperlen? quereinsteiger ? über ein phänomen im grünen bereich

welche grüne modemesse frau sich auch ansieht- das phänomen quereinsteiger springt  ins auge. etablierte modelabels denken anscheinend nicht im traum daran sich auf ein umweltbewußtes und faires produzieren gedanklich einzulassen. da müssen die engagierten menschen her, denen mensch und umwelt nicht egal sind.

die boomende grüne modebewegung muß sich dafür den vorwurf gefallen lassen zwar vorbildlich in der firmenphilosophie zu agieren, dafür aber wenig ahnung von design zu haben. das stimmt zum teil. so war auch die wearfair eine mischung aus solidem design, cooler streetwear, ökomode im wahrsten sinn des wortes und-ja- ein paar modedesign-perlen waren natürlich auch dabei. ich kenne viele labels persönlich, kenne oft die geschichten dahinter. da stehen sympathische menschen, die ihre früheren professionen verlassen haben um mode zu machen. von buchhaltung bis zu betriebswirtschaft, von marketing bis politikwissenschaft- die bandbreite an vorleben ist groß.

zum design: die einen können es besser, die anderen weniger gut. das liegt in der natur der sache. meine entdeckungen:
markus beck von greenality steht schon an der schwelle zu neuen ufern: er hat eine modedesignerin engagiert um sein bisheriges angebot, streetwear, die sehr erfolgreich läuft, in richtung high fashion zu erweitern. bin gespannt.
eine weitere quereinsteigerin mit stimmigem angebot ist für mich katuni aus linz. katja mairhofer druckt schön schräg verschroben liebenswerte botschaften auf stoff. shirts, accessoires und mehr. bitte nicht so enge shirts!
charLe berlin entwirft mit ihrer Kinderkleidung eine michel von lönneberga/ huckleberry finn-welt. hemden, feste hosen aus mühlviertler biodenim und dazu hosenträger. luftige blusen für mädchen. lausbubenromantik versus kinder mode, die mit gewalt aus unseren kleinen erwachsene machen will.

tell me a story aus wien- wenn eine ethnologin mit mythen und märchen mode machen will, könnte das ein schuss ins knie werden. eine öko/esoterik/müslipartie. nun, es geht auch anders. süße slips mit witzigen illustrationen aus dem illustrator. auch kirsten brodde hat sich einen slip gekauft.

ja, und zum thema designperlen. da wird die luft schon dünn. so gerne hätte ich designlabels wie ica watermelon in linz gesehen. the baand. vilde svaner. studio jux. die fülle an britischen labels. aber- solche findet man bei einkäufermessen. aber- vielleicht in zukunft auch in linz- ich hoffe darauf.

meine modedesignperlen:
magdalena schaffrin hat großstadtflair nach linz gebracht.
ihre androgynen hosen-hemd-kombinationen für frauen und männer sorgten für einen krönenden abschluß der modenschau.  überlagerte krägen, schichtungen, das spiel mit der hosenform- vielleicht hat sich das eine oder andere label ein wenig inspiration mitgenommen- was design noch alles ist. kein schlichter blusenschnitt jedenfalls. sondern ein ausgangspunkt für das design-universum.

eine perle in den startlöchern könnte das labels wandelbar werden.mit materialien von koo bis zu lenzing schaffte kungdesignerin julia scharl es eine stimmige Kollektion aus diversen naturmaterialien zu schaffen ohne in die "typisch öko-design"-falle zu tappen. ich bin schon auf ihre weitere entwicklung gespannt. die kollektion kommt wallend und hüllig.

sehr begeistert war ich von den jungen shirtlabels zerum und luvian. 
gelungene, grafisch inspirierte motive.  aber das thema streetwear ist eine andere geschichte. so long.

pictures: charle berlin, magdalena schaffrin

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