Die Rezessionista- Seriös ist das neue Sexy

Verrückte Welt, in der wir leben. In Zeiten der Krise schafft es die Modebranche auch dies für sich zu nutzen. Man entwerfe für die Rezessionista! Dieser Ausdruck kursiert in diversen Magazinen rund um den Globus, zB im Spiegel. Es geht um eine neue Bescheidenheit, um eine Abkehr von oberflächlichem Glanz und Kaufrausch- hin zu den inneren Werten. Was nichts anderes bedeutet, als daß große Designerlabels schlichte Kleidung in dunklem Farbton entwerfen und dies als neuen Trend verkaufen...tststs....

Innere Werte: ob der Großteil der Mode allerdings mit inneren Werten zu tun hat? Die Rezessionista ist jene Konsumentin, die Kleidung mit Wert kauft, Kleidung, die stilvoll und gut gemacht ist. Nicht fast fashion a la H&M & Co. für das nächste Monat sondern die Jacke, der Rock, der Pullover für die nächsten Jahre. Es könnte jetzt ein neuer Bewußtseinswandel greifen, der die KonsumentInnen hoffentlich wieder zu schöner Kleidung mit Qualität führt.
Zu grüner Mode zum Beispiel (Lesetipp zum x-ten Mal: "Saubere Sachen" von Kirsten Brodde), zu Markenmode aus dem Vintageladen, zu Designerlabels, die noch hier in Österreich bzw in Europa produzieren.( siehe Foto rechts: urban speed). Zu Kleidertausch-parties, Flohmärkten und mehr.

Nervig ist , wenn Modemagazine nichts anderes zu tun haben. als "how to buy jeans under 50Dollar" zum Thema zu machen. Und sich in schönem Einklang mit vielen Modeblogs trotzdem auf die Billigmarken als günstige Alternative stürzen, die schönsten "Musthaves" vorstellen. Weiter shoppen, als ob es sonst nichts gäbe, halt mit weniger Geld. Wo doch gerade diese Billigläden die Produktionsbedingungen in Asien verschärft haben. Eigentlich unethisch, oder. Leider stört es nach wie vor die wenigsten Menschen, wie ihre Kleidung gemacht ist. Der Einkäufer vom Onlineshop für Ökokleidung, Good True Beautiful, Christopher Dahn, spricht von 90 % der KonsumentInnen, denen es nur um die Optik des Kleidungsstücks geht. Den anderen 10 % ist dafür die Optik wurscht, wenn nur die Produktionsbedingungen dafür stimmen.
Meine Vision: Machen wir das Beste daraus und entwickeln Stil, from fastfashion to fashion conscience.
credit: Street style der 30er/ LIFE archive hosted by Google,
urban speed

Kommentare

Mia hat gesagt…
Eigentlich muss ich mich auch zu den 90% zählen, die oft (bei ständig gebrauchten Dingen wie T-Shirts) zu billigen Varianten greifen, aber deswegen, weil mir einfach das Geld dazu fehlt.

"Menschenfreundliche Produktion" sind Schlagworte, die sich eine Gesellschaft in der Hochkonjunktur leisten möchte, aber sonst nicht. Leider wurde durch die ausgebrochene Krise die neue Loha-Bewegung gerade abgebremst. Wird wohl erst zeitverzögert wieder durchstarten können.

Wenn uns allerdings die Wirtschaftskrise protzen diverser it girls mit diamantverkrusteten Jeans erspart, hat sie doch etwas gutes ;)
Sonja hat gesagt…
jaja. es ist oft nicht leicht, style und geldbörse und gutes gewissen unter einen hut zu bringen. manches geht aber schon. da smit den protzigen it girls sehe ich auch so, lassen wir uns überraschen!

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