Musik and Fashion- Interview mit Fatima Spar



Wieder konnte ich eine meiner Lieblingsmusikerinnen, Fatima Spar, für ein Interview zum Thema Mode gewinnen. Sehr persönlich und eigenständig. Danke, Fatima.

Dein Name: Fatima Spar

Musikrichtung, in der Du arbeitest: Swing, Alternativ, World

Was trägst Du gerade? Hose+Shirt in den Farben Blau

Wie sieht normalerweise Dein Alltags- Outfit aus?

Je nach Stimmung trage ich alle Farben. Im Winter eher dunkel gekleidet, im Sommer dafür hell. Was ich besonders mag ist verschiedene Töne einer Farbe zu kombinieren. Alltagskleidung bedeutet für mich gemütliche Kleidung. Ich folge nie der angesagten Mode, die mich nach kurzem langweilt bzw sogar nervt. Ich habe einen eigenen Stil der sich aus meinen Kombinationen ergibt.

Vintage mag ich besonders gern. Die Overalls aus den 80ern, Pumps aus den 50ern, Kleider aus den 30ern und 40ern, Taschen aus den 70ern. Auf Tour kaufe ich hin und wieder bei lokalen Designern Kleider und meine Hosen lasse ich ausschliesslich bei meinem Schneider in der Türkei nähen. Schuhe und Taschen aus Leder ist eine meiner Obsessionen. Dabei achte ich auf Qualität, Design und Funktionalität. Kunstleder oder unangenehme, nicht atmungsaktive Materialien halte ich nicht aus, schiefe Nähte sind unerträglich.

Trägst Du spezielle Bühnenoutfits?

Meine Kleider sind meist Secondhand. Vom Stil her bin ich da am ehesten in der Swing-Ära anzusiedeln. Ich kombiniere immer etwas Altes mit etwas Neuem. Über das Vintage- Kleid ziehe ich mir eine sportliche Jacke über oder umgekehrt, ein Designerkleid mit einem Vintage- Strickoberteil zusammen. Meine Bühnenhosen sind vom Schneider gefertigt, die ich dann eigentlich immer mit Hosenträger kombiniere und mit auffälligen Schuhen den nötigen Glanz verleihe. Eine Brosche darf dabei nie fehlen.

Kleidung wird oft Oberflächlichkeit nachgesagt? Stimmst Du dem zu?

Kleider machen Leute! Es sagt auf jeden Fall eine Menge über die Menschen aus wie sie sich kleiden. Etwas mehr Stilbewusstsein würde ich mir schon wünschen. Dieser billige Einheitsbrei den man auf der Straße sieht ist leider kein schöner Anblick und dazu kommt die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte, was es mir noch schwerer macht die Leute zu verstehen.

Wir leben in einer schrecklichen Zeit wenn es um Mode geht und kaum präsentiert sich jemand gut gekleidet soll es oberflächlich sein. In diesem Fall würde ich mir mehr Oberflächlichkeit wünschen.

Oder birgt das, was wir anziehen auch die Möglichkeit der Inszenierung? Dem Ausdrücken von gerade aktuellen Befindlichkeiten? Einem Rest an Freiheit?

Darauf möchte ich lieber nicht antworten.

Interessierst Du Dich für Modedesign? Wenn ja, für welche DesignerInnen?

Ich interessiere mich sehr für Design im Allgemeinen. Ich bin mit Stickereien, Stoff und Nadel aufgewachsen. Meine Eltern und meine Verwandtschaft in der Türkei arbeiten in den Bereichen, Stickerei, Näherei, Färberei und Lederverarbeitung. Neben dem habe ich selbst das Handwerk im Kolleg für Mode- und Bekleidungstechnik, Michelbeuern erlernt.Mein Favoriten Designer für Schuhe ist Vero Cuoio, die Taschen von Rabeanco.Bei den großen Designern steh ich sehr auf die Vivienne Westwood. Sie hat Persönlichkeit, Ausstrahlung und besticht durch ihren Stil. Außerdem mag ich ihr Logo.

In der letzten Zeit ist ein medialer Hype um „grüne Mode“( ökologisch verträgliche Mode) entstanden. Ist Dir wichtig, wie Deine Kleidung gefertigt ist?

Ja

Stilvorbilder?

Ich will nie so sein wie wer anderer, aber wen ich sehr bewundere ist

PJ Harvey – sie weiß wie es geht.

Woher beziehst Du Deine Informationen über Mode? Modemagazine, Blogs, etc

Ich schaue gezielt im Netz wenn mich etwas interessiert. Ich lese keine Modemagazine.

Hast Du Dir selbst schon etwas genäht?

Ja öfters.

Vielen Dank für das Interview!

links:

www. fatimaspar.com

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