Nach der Modezone

Die MODEZONE ist vorbei und hat gezeigt, daß es doch nicht so leicht ist, Mode zu präsentieren.
Wenig Frequenz, wenig Bekanntheitsgrad.

Wenn nicht einmal die LinzerInnen selbst wissen, was die Modezone ist und daß sie gerade stattfindet, ist das nicht gerade günstig für die Modelabels.

Wurden die "Verrückten Designer" bei der Langen Nacht der Museen wie Ausstellungstücke oder Affen im Zoo bestaunt, die präsentierte Kleidung ebenso, dann hat man am Zielpublikum vorbeigeschossen. Viele DesignerInnen werden wohl mit dem Großteil der Kollektion heimgefahren sein. Was für weit angereiste Labels wie die aus Berlin doch bitter ist.

Was mir aufgefallen ist bei manchen Labels, wie lieblos mit der Materialauswahl umgegangen wird. Ich nenne hier keine Namen. Wenn Mäntel aus unangenehm kratzigen und billig aussehenden Wollmischungen hergestellt werden, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man die zahlungskräftige Klientel nicht anspricht. Kindermode,die so unzureichend verarbeitet ist, daß sie nach ein paar Waschgängen ausfransen muß und unansehnlich aussieht- was soll das? Wo bleibt die Liebe zu schönen, hochwertigen und natürlichen Stoffen?

Aus grüner Modesicht ist natürlich schlimm, wenn sich unter mehr als 40 Labels nur eine Handvoll auch um die Umwelt und uns Menschen Gedanken macht.
Billiger Jersey meets billige Stoffqualitäten meets Fast fashion- Appeal.....Labels, die die Welt nicht braucht. :-(

Sehr schön: -)
Winschu aus Berlin( entspannter Look), ALILA, die Linzer MASI, Made by von Tanja Lattner und manche Modelle der Kunstuni Linz( die leider auch noch nichts von Biostoffen gehört haben), Duffshirts( cooler Siebdruck), wunderbar feminine Kleider von Aquanauta,
tolle Stoffmixturen von belli belli( Harem meets Hiphop), die samt und sonders Stoffreste von der Industrie verarbeiten, die neckisch verspielten Kopfbedeckungen von Cindy Steffens. Falls ich wen guten vergessen habe, sorry.

Es gibt natürlich die wunderbaren Labels, die Style mit Qualität verbinden. Wieder war die Modezone eine Mischung aus Trash bis zu wirklich Top. Die Modenschauen waren jedenfalls besser als die in Wien, trotz Laienmodels. Da merkt man den Performancekunsthintergund mancher Damen aus dem Organisationsteam. Ein wenig coolere Klamotten hätten ihnen selbst aber gut getan. Wo bleibt die Lust an der eigenen Inszenierung? Da lobe ich mir die stilistisch üppig zurechtgemachten Damen bei der MQ Fashionweek mit aufgepritzten Lippen, blondierter Mähne und engen Leggings . Besser ein wilder Trash- Stil als gar keiner.


Messeausblick

Vielleicht schafft man ja es nächstes Jahr ein klareres Bild zu schaffen, die richtigen Leute ansprechen. Mehr Presse, mehr Aufmerksamkeit, mehr Qualität, mehr Bio!

Kommentare

Anonym hat gesagt…
das mit der materialauswahl fällt mir auch schon ziiiieeemlich lange auf und fällt nicht nur auf der modezone auf.
es ist wirklich traurig, dass viele designer dem material (qualität) keine beachtung schenken.
show: wird von jahr zu jahr besser. heuer hat uns die show besonders gut gefallen. models haben mich heuer auch total erstaunt. sehr gelungen.
verkauf: wir haben heuer auch wieder super verkauft.
Anonym hat gesagt…
ich habe leider im gespräch mit vielen ausstellern etwas anders gehört. viel unmut wegen zuwenig besuchern, fehlende/zu wenig bewerbung (selbst das linzer tourismusbüro wusste nichts von der modezone!), zu wenig sichtbarkeit in der stadt, nichtmal vorm lentos selbst gabs einen plakatständer. presse-präsenz sehr dürftig. da war es selbst für linzer schwierig die modezone überhaupt wahrzunehmen. dafür wurden am samstag abend angeblich leute weggeschickt, die nur die modezone besuchen wollten und dazu nicht ein 13 euro ticket für die komplette lange nacht der museen lösen wollten. alles in allem also ein schlechter nachgeschmack und ein sehr unprofessioneller auftritt. im dritten jahr wäre von der modezone echt mehr zu erwarten gewesen. bleibt nur zu hoffen, dass nach dieser erfahrung nicht viele gute labels das nächste mal lieber daheim bleiben.
Fr.Jona&son hat gesagt…
Ja, das mit dem Material liegt auch in der mangelnden Sensibilität der Materie Kleidung gegenüber. Wenn bei der Mode- Ausbildung dem Konzept und dem Entwurf die ganze Aufmerksamkeit gilt, Fächer wie Materialkunde, etc aber vernachlässigt oder sogar gestrichen werden, braucht man sich nicht wundern, wenn DesignerInnen keine Ahnung und kein Gefühl für Stoff haben!
Ich habe mehr als einmal gehört, daß Designer für Textilfirmen schon lange kein ebenbürtiger Ansprechpartner sind, weil" die haben ja keine Ahnung vom Stoff".

ZUr Modezone: Ja hoffentlich wird es nächstes Jahr besser- viele Labels wurden allerdings verschreckt, denke ich.
thomas hat gesagt…
man sieht wieder, wie klein linz in der modeszene ist. den laufsteg als solchen zu bezeichnen ist schon fast wie ein schlechter witz. das lentos als location würde viel mehr hergeben. warum wurde die modeshow nicht am überdachten vorplatz veranstaltet? egal, einige fotos sind unter www.theigner.com zu finden.
Fr.Jona&son hat gesagt…
Das wäre natürlich der Hammer.
Eine Modemesse im LENTOS könnte mehr sein als das. Die Modenschau, ja, der Vorplatz- da bekäme die ganze Sache ein internationaleres Niveau/Profil.
Da fehlen aber noch die großen jungen Modelabels- Die kommen aber unter Garnatie nicht nach Linz- sind maximal in Wien präsent.
Linz/Provinz?
Anonym hat gesagt…
wenn die modezone entsprechend professionell daher kommen würde, dann wäre es auch leichter renommierte labels nach linz zu locken. wenn die organisatoren es aber nicht schaffen sich in 3 jahren weiter zu entwickeln (in jeder hinsicht, qualität, auftritt/pr), dann ist das halt traurig. kunstuni-absolventinnen sind halt leider (meist) keine event/pr profis ...
und ja, super idee, ein show am lentos vorplatz das wäre zB ein starkes und sichtbares zeichen. und ein gutes werbemittel. am besten täglich :-)
Fr.Jona&son hat gesagt…
stimmt.
vielleicht liest ja mal eine der Damen die Feedbacks, die sie hier bekommen....wäre schön.

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