Modemacher gesucht

Über das Problem für kleine österreichische Labels Produzenten zu finden.(überarbeitet)

Der Artikel stand letzte Woche in der PRESSE und verdeutlicht das Problem junger Labels sehr gut. Um in die guten Geschäfte Wiens und anderswo hineinzukommen bedarf es einer professionell gearbeiteten Kollektion. Dazu meint Manfred Staudacher, der einen Shop in bester Lage Wiens führt( 2006 Feb 01), er habe keine heimischen Designerlabels im Programm, weil die Kleidung oft wie selbst gemacht aussieht. Nicht professionell genug.

Was zum Teil auch Ausrede ist: Gibt es doch in Österreich eine kleine, feine Liga an Designerlabels, die international und hochwertig arbeitet. Zum Thema , warum heimische Designer so schwer in feine Läden "hineinkommen",- das ist einen Extraartikel wert.

Manuela Tinhof, ihres Zeichens Schneiderin, hat das Qualitätsproblem auch erkannt. Mit ihrer Firma Fashion Technology begleitet sie DesignerInnen vom Schnittbild bis zur fertigen Kollektion. Und hat innerhalb kürzester Zeit 20 KundInnen und die Zahl steigt stetig. Das wird an heimischen Ausbildungsstätten nicht gelehrt, steht doch eher das Konzept im Vordergrund und das "Ergebnis der Hirnarbeit"wird zusammengenäht.
Schnittentwicklung, Textilkunde, Textilproduktion sind eher Fremdwörter.

Genau hier aber wird es für viele frischgebackene Designer beschwerlich, wenn es darum geht ohne Geld und Infrastruktur bzw handwerklicher Perfektion eine Kollektion zustande zu bringen.
Da braucht es dann Menschen wie Frau Tinhof- und Produktionsstätten, die einen Prototyp in Serie fertigen können. Fördergeber, die wirklich daran interessiert sind textile Produktion in Österreich wieder fest zu verankern. Die FashionShow in Paris teilweise zu fördern ist eine tolle Sache, aber vorher wäre das Bereitstellen einer textilen Infrastruktur nötig! Wenn sich Österreich schon als Land der Kultur, der Mode, der schönen Künste darstellen will,dann braucht es auch Verständnis für die realen Bedürfnisse von ModemacherInnen.

Oder man macht´s wie Petar Petrov und gründet seine eigene Produktionsfirma. Wobei er als Bulgare den Vorteil hat, in einem konstengünstigeren Land produzieren lassen zu können und eine Mutter vom Fach zu haben, die den Laden managt.
Aber der Designer lässt auch andere KollegInnen teilhaben und produziert zB die Kollektionen von Anna Aichinger in Bulgarien mit.

Kommentare

michaela hat gesagt…
gelehrt wird es meistens schon, die professionelle und leistbare serienproduktion ist wohl eher das problem

alles nichts neues und zeigt leider auch das völlige versagen der förderinstitutionen auf diesem gebiet.
claudia hat gesagt…
bin entsetzt über diesen artikel.
Fr.Jona&son hat gesagt…
@claudia
Ja, ich habe das auch arg gefunden, daß jemamd wie dieser geschäftsmann( und er ist nicht der Einzige)behaupten kann, daß die Modelle der österr. DesignerInnen oft wie selbstgemacht aussehen.

Das trifft sicher nicht auf die Besten des Landes zu.
@michaela
Das Problem ist , daß im ZUge diverser Auslagerungen von Produktionsstätten in Österreich nicht sehr viel verblieben ist.
Unit F hat zwar schon Bedarfserhebungen gemacht und weiß, daß genau das Thema Produktion erste Priorität haben muß. Ob die was auf die beine stellen an Infrastruktur/Netzwerk?
Ist fraglich.

Da es im kleinen Österreich unter den Labels auch Konkurrenz gibt, wäre es auch sinnvoll, wenn manüber seinen Schatten springt und einander ein wenig behilflich ist mit Adressen, Tipss, etc
Wird auch teilweise gemacht.

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