Unit F: Subjektives zu 10 Jahre Designförderung und Superstars


"Unit F: 10 Jahre Designförderung."

So steht es heute in der neuen
Textilzeitung. Der Text ist eine gute Werbung für die Wiener Mode- Plattform, die es seit 10 Jahren gibt.

Es werde "Exzellenzförderung" betrieben, nur die besten Designerlabels werden gefördert.
International bedeutend sollten sie auch sein. Nur- wo bleiben die Stars, die aus einer solchen Förderschmiede kommen? Ich habe nicht das Gefühl, das sich mit dem vielen Fördergeld in den letzten 10 Jahren ein zweiter Helmut Lang zu erkennen gegeben hat. Oder habe ich jemanden übersehen? Die Förderplattform hat viele Kritiker.

Ökomode?
Als grüne Mode-Bloggerin stelle ich mir natürlich die wichtige Frage, wann "grünes Modebewußtsein" durch die heiligen Hallen der Förderplattformen zieht. Auch Unit F hat sich hier (noch) keinen Namen gemacht.

Mode machen kann man nicht isoliert vom Rest der Welt. So einfach es für viele Modeschaffende wäre, wenn sie sich nicht auch noch um Produktionsbedingungen, die Ökobilanz ihrer verwendeten Materialien, etc Gedanken machen müßten. Ein Traum wäre es doch, wenn tolle Designerlabels tolle "grüne Mode machen". Förderplattformen wie Unit F könnten dies fördern!

VIELFALT versus Superstar

Besonders mühsam empfinde ich die "Jagd nach dem Superstar" von Unit F. Dabei ist der Trend zum Superstar schon seit Jahren passè. Die Entwicklung geht (wie in vielen Bereichen der Wirtschaft, des Konsums) in die Breite, hin zu Nischen, zu Alleinstellungsmerkmalen. Die Masse bedienen

H&M und Co und große Designhäuser.
Es gibt sie, die kleinen Labels, die mit viel Herzblut besondere Kleidung machen, ohne die Auszeichnung "weltweit konkurrenzfähig" und ohne Förderung. Nur- wer bestimmt die Auswahl? Eine Modeplattform? Wählt ihre "Besten" nach ihrem Geschmack aus. Die KonsumentInnen? Machen dasselbe. Was gefällt, ist also subjektiv.

Verschiedene Stilrichtungen fördern.
Man denke nur an die Üppigkeit im guten Sinne bei Lena Hoschek, an Femininität a la Elfenkleid, Mangelware oder Gina Drewes. An erwachsene Buben bei superated oder "traumhafter Folkloretracht" einer Bisovsky oder des Herrn Bezhanishvili.
Und es gibt so viele bekannte und unbekannte Labels, die man hier erwähnen könnte. Die Österreich und die Modewelt international gesehen mit ihrer bunten Vielfalt strahlen lassen. Brauche ich DEN Superstar? (An den ich mich als Förderstelle "anhängen" kann für mein eigenes Image? ) NEIN. Es lebe der Unterschied!

picture: lila pix

Kommentare

Anonym hat gesagt…
tja, da sind wohl viele leut unfreiwillig in einer casting show gelandet.
daniel_k hat gesagt…
jössers. den hab ich ja ganz übersehen, den kommentar, frau jona&son. très pointu, très...
Mia hat gesagt…
Es ist ja nicht nur die Auswahl der DesignerInnen, sondern auch, wenn die nicht-auserwählten später Erfolg haben sich an diese anzuhängen und zu Schulterklopfer zu mutieren. Da ist aber die Unit F nicht die einzige Kreativförderstelle in diesem Land...

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