Neue EU- Sortenerhaltungsrichtilinien gefährden Arche Noah

Die Arche Noah ist mittlerweile  ein Begriff im deutschsprachigen Raum . Dieser Verein setzt sich für die Erhaltung seltener und gefährdeter Kulturpflanzen ein, von Tomaten bis zu Getreide, Heilkräutern bis zu Bäumen.

Schiltern, 1. mai 2010
Hunderte Mitglieder bauen diese Pflanzen an und vermehren Saatgut, das sie ihrerseits wieder an interessierte PrivatgärtnerInnen verkaufen. So konnten viele Sorten vor dem Vergessen bewahrt werden. Eien Zahl dazu: Laut FAO sollen weltweit  seit Beginn des 20. Jahrhunderts etwa 75% der Kultur-Pflanzenvielfalt  verloren gegangen sein. Auch in Österreich. Das Aufkommen der Agrarindustrie hat neue Pflanzensorten erforderlich gemacht. Größere Früchte, höherer Ertrag, etc. Die bunte Vielfalt ging dadurch verloren.

Die Arche Noah trat deswegen vor 20 Jahren an, um Vielfalt zu erhalten. Mit Erfolg.
Wer fährt nicht gerne am 1. Mai zum großen Pflanzenmarkt nach Schiltern? Von Wien bis nach Italien kommen die Menschen in Scharen um sich mit Jungpflanzen, Sämereien und anderen einzudecken.
Tomaten aus meinem Garten- Jungpflanzen von Arche Noah-Vermehrerin Erna

Eine neue Richtlinie der EU, die eigentlich im Sinne der "Erhaltung von Biodiversität" handeln sollte, bremst das Arche Noah- System nun empfindlich ein. Wenn sie so umgesetzt wird.
Die Erhalterinnen müssten die von ihnen angebotenen Sorten registrieren. Und somit könnte keine anderen VermehrerInnen  dasselbe Saatgut anbauen und verkaufen.

Was das erfolgreiche System zum Einstürzen bringen würde.
Die Arche Noah wehrt sich dagegen und verlangt unter anderem, daß jedeR ein Recht auf Sorten haben soll. Auf der Homepage finden sich noch mehr Informationen  zu diesem Thema, zur Möglichkeit Geld zu spenden, Mitglied zu werden, etc








Kommentare

andiL hat gesagt…
Hallo, als Bedrohung für das Projekt Arche Noah würde ich die Richtlinie nicht verstehen. Da die Samen für den nicht kommerziellen Bereich weiterhin verwendet werden können.

Als Anbieter von Erhaltungssorten hat man aber wenigstens die Möglichkeit diese Produkte zu verkaufen.

Noch ein paar Links:
Artikel von Arche Noah
Bundesamt für Saat und Pflanzgut
Fr.Jona&son hat gesagt…
andiL:
Danke für Deinen Beitrag und die links.

Noch eine Frage: In der Arche Noah- Zeitung, daß dann im Grunde nur ein Erhalter eine Sorte registrieren kann und die anderen Erhalterinnen dieselbe Sorte nicht mehr anbauen und verkaufen können. Was hältst Du davon? Kann das abgewendet wwerden?
andiL hat gesagt…
Deine Frage kann ich dir nicht beantworten, da in der Richtlinie selber nicht beschrieben wird wie der Inhaberschutz aussieht.
Hier müsste man schon die gesetzliche Interpretation ansehen.

Es scheint aber ein schwieriges Thema zu sein.

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