2 Kollektionen im Jahr/Fashionweeks/ Ist das wirklich nachhaltig?

Die Artikel, die sich mit ECO FASHION, etc beschäftigen, schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Die Berlin Fashionweek ruft!
Waltraud Schwab stellt in der TAZ vom letzten Sonntag in ihrem Artikel "Flicken a la mode" die Frage, wie weit Ökomode nachhaltig ist. Wenn sie doch ebenso 2 Kollektionen pro Jahr anbietet, es Modemessen  wie the key.to oder Green Showroom gibt, die ebensooft stattfinden wie konventionelle.

Sie sieht erst ein wirkliches Umdenken erreicht, wenn "Mode und Konsumverhalten entkoppelt werden. " Berlin wird im Artikel ein wenig als Greenwashing-Projekt gesehen. So als ob sich die Hauptstadt  einen grünen Anstrich gibt, um überhaupt Identität aufzubieten im Wettbewerb mit Mailand, Paris oder London als Modezentrum.

Ist das nicht ein wenig hart? Vielleicht bin ich schon zu lange im grünen Modeuniversum zu Hause, als daß  der Blick von außen noch objektiv funktionieren würde. Ich kenne viele Designerinnen, BloggerInnen, MessemacherInnen persönlich und sehe ihr Engagement, was den Spagat zwischen fairer Produktion, hochwertigen Materialien und Preisgestaltung, die für beide Seiten passt, betrifft. Die grüne Bewegung als reine Ersatzhandlung einiger Ökobewegter abzutun, trifft es nicht ganz. Es steht außer Frage, daß es nicht mehr darum gehen sollte, Kleider mit Ablaufdatum zu produzieren. Hochwertig, langlebig, Design- diese Maxime sollten vor dem Entwurfsprozess überdacht werden.Das traue ich den jungen Modelabels zu. Es steht außer Frage, daß wir unsere Welt nur mit einem grundsätzlichen Umdenken unserers Lebensstils helfen können. Reduktion und grünes Design.
picture: Schmidttakahashi

Der Artikel geht den Schritt weiter- zum Reparieren als wirklich sinnvolle Möglichkeit Mode langlebig zu halten. Und daß dies noch kein Thema bei Modemessen sei. Stimmt nicht.
So haben sowohl the key.to wie auch die WearFair Aktionen im Programm, die von DIY bis zu T-Shirt-Styling gehen. Mitgebrachte, alte Shirts wurde bei der WearFair neue Designs verpasst. Hier ist allerdings Bildungsarbeit nötig. So wurde den Stylistinnen bei der Messe in Linz nicht nur einmal ein nagelneues H&M-Shirt freudestrahlend zum Umgestalten gebracht. 

In dem Sinn: Gut, wenn sich kritische Journalistinnen (abseits von Hochglanzmagazinen) diesem Thema von außen nähern. In großen Zeitungen. Mit großer LeserInnenschaft. Zu sehen, was BloggerInnen darüber schreiben, hilft noch besser weiter.  Es handelt sich meist um Privatpersonen, die im Mode/Umwelt/Design/...Bereich tätig sind.  Von innen heraus.

Die im Artikel von Frau Schwab erwähnten Schmidttakahashi als lobenswertes Beispiel für Recycling goes Couture gesellen sich am Foto dazu.





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