Zum Wieder-Nachlesen- Warum ein H&M-Shirt so billig ist/ und am Schluß ein Hinweis auf das Wunder von Wörgl

Der Standard bringt heute einen Artikel aus der ZEIT, der eigentlich schon vor einem Monat veröffentlicht wurde. Ich habe darauf am 20.12. verwiesen.

Der Redakteur Wolfgang Uchatius ging der Frage nach, warum ein H&M T-Shirt nur etwa 4,95 Euro kosten kann. Eine interessante Reportage- mit ebensolchen Aspekten.

ZB die Tatsache, daß die U.S.A. diese T-Shirts indirekt mit-subventionieren.
Die Baumwolle kommt aus den Staaten- weil sie die billigste ist. Das aber nicht, weil die kleinen Baumwollbauern in Mali oder Indien plötzlich so teuer geworden sind. Sie wären schon die billigsten Anbieter, weil sie nicht mit teuren Maschinen am Feld arbeiten- sondern mit ihren eigenen Händen.

Subventionen heißt das Zauberwort. Wenn ein texanischer Landwirt an die 40.000 Dollar pro Jahr vom Staat bekommt um seine Existenz gegen die Konkurrenz aus den Dritte-Welt -Ländern zu schützen, kann das System nicht stimmen. Geschätzte  25 Milliarden Dollar erhielten die 19.00 Baumwollfarmer in den letzten 10 Jahren.

Auf der anderen Seite trinken indische Farmer ihre Schädlingsbekämpfungsmittel und gehen qualvoll zugrunde- aus Verzweifung darüber, das sie ihre Ware nicht verkaufen können.Daß sie sich die benötigten Spritzmittel nicht leisten können. Und und und.

Bitte nochmals lesen. Und ein Wort zum Autor: Wolfgang Uchatius hat ein sehr interessantes Kapitel aus Österreich beleuchtet: Das Wunder von Wörgl. Dort erlebte die ganze Gegend Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts einen Aufschwung, als der  Rest von Österreich von Krisen, Hunger und Nationalismus geschüttelt wurde.

Der dortige Bürgermeister schuf eine regionale Währung, das sogenannte Schwundgeld*, und brachte die Gegend zum Florieren. Dieses Projekt wird gerne als Vorbild für diverse Zeittauschsysteme wie TIME Sozial oder die Tauschkreise in Vorarlberg  gesehen.
Das Wunder von Wörgl dauerte übrigens eineinhalb Jahre. Dann wurde es der Nationalbank zu bunt und der Verwaltungsgerichtshof stoppte "den Unfug".
Das Wunder war vorbei und die Gegend versank wieder in Vergessenheit. Ein typisch österreichischer Weg um mit  Kreativität und Weitblick umzugehen, oder?

*Schwundgeld: das Geld behält nur eine bestimmte Zeit seinen vollen Wert- der Sinn dahinter ist es, daß Geld nicht gehortet sondern ausgegeben werden soll- und so die Wirtschaft ankurbelt. Das Geld bleibt im Kreislauf und sorgt für Profit- für alle Beteiligten.

Kommentare

Mami Made It hat gesagt…
Find ich total interessant!

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