Warum soll Eco fashion teurer sein als Fast fashion?

Diese Frage wurde im Rahmen des Abend zum Thema "Eco Fashion-Standard für die Zukunft" in Bozen gestellt. Nach einer anfänglichen Überraschung meinerseits war es zu spät eine Antwort darauf zu geben. 

CharLe- Eco Fashion Made in Berlin
Wir sprachen von  großen  Firmen, die in Sweatshops nähen lassen, die ihre Stoffe mit Chemie,Kunstharz und anderem versetzen, die Kinder schuften lassen. Und was meinten da viele BesucherInnen? Daß die neue grüne Modewelt in ebenso große Firmen eingeteilt ist? Es scheint so.

Daniel Kroh- handmade in Berlin
Liebe BesucherInnen, besonders Hannes, der Du diese Frage gestellt hat: Eco Fashion ist eine (Herzens-)Angelegenheit der kleinen Labels, der aufstrebenden Labels. Die oft  selbst nähen oder kleine Betriebe in der Umgebung beschäftigen.( Eher selten handelt es sich um Firmen, die in Asien riesige Stückzahlen produzieren.)

Und- diese Kleidung sichert Arbeitsplätze bei uns. Sie kostet mehr, muß mehr kosten.
Ökostoffe in Deutschland, in Österreich zu Kleidung verarbeitet, vielleicht noch von der Designerin, dem Designer selbst genäht oder von der Schneiderin, die ebenfalls einen guten Stundenlohn hat. Leute, die dies tu(auch ich gehör(t)e dazu)- können und müssen nicht Kleidung anbieten, die preislich in Asienkategorien fällt. Das wäre reine Selbstausbeutung. Und das praktizieren viele Labels trotzdem. Denn sie wissen, daß sie auf Grund unseres verlernten Gefühls für Handwerk, für Qualität, für einen angemessenen Preis mit Firmen wie COS konkurrieren müssen. Daß sie sich Vergleiche mit ähnlich gelagerten Labels gefallen lassen müssen.

Ich rede hier nicht von Mode, die "wie selbstgemacht" im negativen Sinn aussieht. 
Auch Eco Fashion muß Design bieten und hochwertig verarbeitet sein. Und das ist sie meistens auch.  Ich habe bisher nur ein Label erlebt, daß schlecht verarbeitete Kleidung bei einer großen Modemesse angeboten hat und auf meine Anmerkung bezüglich Verarbeitung sinngemäß gemeint hat, daß ich wohl schon ein wenig zu alt bin für diesen "jungen Stil".





Kommentare

ALPENGLANZ hat gesagt…
Danke für deine Worte!! Sie sprechen mir aus der Seele! Auch ich kenn das, wenn Kundinnen meine selbstdesignten und stoffamflohmarktselbstgesuchten und stoffselbstgewaschenen und selbstgebügelten und selbstgenähten taschen anschauen und meinen dass 39€ schon sehr viel seien...
liebe grüße Lisi
Fr.Jona&son hat gesagt…
Tja, was tun wir da?
Die grüne Modewelt mit Geschichten erfüllen und positive Vibes versprühen :-)
Franziska hat gesagt…
Sehr schöner Artikel - vielen Dank! Ich höre diese Frage auch sehr oft. Interessant, dass Eco Fashion immer mit Fast Fashion verglichen wird, oder? Ein Poloshirt eines Markenherstellers, zum Beispiel mit dem Krokodil, kostet auch mehr als ein Fast-Fashion-Polo. Sollte deshalb Eco Fashion - wenn überhaupt verglichen werden muss - nicht mit anderen hochwertigen Herstellern verglichen werden? Und zwar mit solchen, die nicht zu Dumping-Löhnen im Ausland fertigen lassen und dafür ihre hohen Marketingausgaben auf die Kunden abwälzen. Ich liebe Eco Fashion und werde gerne weiterhin positive Vibes & die Geschichten der Hersteller in meinen Artikeln versprühen. Love & Veggies, Franziska
Fr.Jona&son hat gesagt…
Freut mich, daß Du dich zu Wort meldest.
Ich verstehe auch nicht, wie man auf diese Art der Vergleiche kommt. Aber ich denke mal, wer sich bei H&M und ähnlichen Firmen anzieht, hat ein anderes Preisgefühl. Nämlich ein falsches. Und MARKEN müssen ja teurer sein, oder? Auch wenn sie ebenso schmutzig produzieren lassen.

Aber da muß ich ja die teure Werbung bezahlen.
Hannes hat gesagt…
Sonja, danke dass du dir die Mühe machst auf dieses Thema weiter einzugehen. Ich habe ja diese Frage in Bozen gestellt.
Wenn wir von Mode sprechen, die in Europa hergestellt wird, ist mir klar, dass diese andere Herstellungskosten hat. Ich meine aber, dass in Europa industriell hergestellte Mode nicht viel teurer sein muss. Beispiel: www.Trigema.de - Made in Germany (Shirt ab € 20)
Ein Shirt welches in Fernost fair hergestellt wird, kostet z.B. bei
www.Switcher.com ca. €10-20.
Bei der Preisbetrachtung für faire Mode beziehe ich mich auch auf die Untersuchung auf der Seite: http://www.evb.ch/p13960.html, aus der hervorgeht, dass ein bio-faires T-Shirt nur €0,10 (sic!) mehr kostet als ein konventionell gefertigtes.
Ich spreche hier vereinfachend immer vom T-Shirt, da sich das am leichtesten vergleichen lässt.
Man kann Industrieware nicht mit Manufaktur-Ware vergleichen. Die handwerklich oder in Kleinserien hergestellten Kleidungsstücke haben aber ganz einen anderen Markt und haben eben den Mehrwert, dass sie keine Massenware sind und wer das schätzt, zahlt auch mehr. Man sollte aber nicht die handwerklich hergestellten Stücke gegen die Industrieware ausspielen. Beide erfüllen ihren Zweck - mir wäre wichtig, dass beide nach fairen Kriterien arbeiten.

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