Lenzing ohne Naomi

Die oö Firma korrigiert ihren erwarteten Jahresumsatz auf 2,2 Mrd. €.
credit: Lenzing
Man verkauft bei Lenzing Tencel zur Zeit gleich "von der Rampe weg", wie Manager Peter Untersperger  schildert. Die Fasern, die Lenzing herstellt, sind chemisch hergestellt, die eingesetzten Chemikalien können nahezu geschlossen wieder in den Kreislauf rückgeführt werden.

Da Baumwolle derzeit dreimal so teuer ist wie Anfang 2010( ~ 1,70 Dollar pro Pfund), ist der Höhenflug kein Wunder.

Stört man sich heute noch an der Tatsache, daß Tencel und Co. "Kunstfasern" sind? Wohl kaum, denn die jeweiligen Auswirkungen der einzelnen Fasern auf den ökologischen Fußabdruck sind relativ zu betrachten und höchst unterschiedlich.


aumwolle, unser aller beliebteste Faser überhaupt, verbraucht Unmengen von Wasser und braucht guten Ackerboden- selbst, wenn sie biologisch angebaut wird. Die weichen Bällchen sind ein großer Liebling von Fraßfeinden.

Die Bäume für Tencel und Co. können auf mageren Böden  angebaut werden, brauchen keinen Acker. Die Tatsache, daß es sich dabei um Monokulturen handelt, macht das Gesamtprojekt wieder weniger ökologisch.  Es ist schwer an fundierte Informationen heranzukommen, was die tatsächlichen Auswirkungen der Eukalyptusplantagen auf das Umland und den Boden betrifft. Ein Plus: Der Wasserverbrauch ist geringer als bei Baumwolle.

Der so hochgepriesene Bambus wird unter fragwürdigen und unkontrollierten Bedingungen angebaut(China). Geht so nicht.

Mein Favorit wäre ja Hanf:  Diese Faser wächst schnell, braucht keine Pestizide, Insektizide, etc, unterdrückt Ackerunkräuter, verbessert den Boden, liefert viel Masse- scheint aber den Durchbruch zum Massenmarkt nicht zu schaffen...


Zum Thema Baumwolle und hohe Preise: Diskonter und günstigen Modeanbieter werden laut Medienberichten verstärkt zu Mischfasern und synthetischen Fasern greifen um ihre Preise zu halten. Ein weiterer Grund mehr um diesen Firmen gänzlich den Rücken zu kehren, sich Schweiß erzeugende Klamotten zu ersparen und sich in Zukunft ein paar ausgewählt schöne, neue Kleider, Shirts und Hosen in Bioqualitätzu kaufen- seine Kleiderkäufe zu reduzieren und sich gerne auch selbst be-schneidern bzw beschneidern lassen. Und übrigens- die Zeit, in der man und frau durch Geschäfte irren, sich auf Einkaufstrassen durch Menschenmassen kämpfen- nur um wieder etwas "Neues" in Händen zu halten- die könnte doch viel schöner verbracht werden. Meine ich.

Zurück zu den Fasern und zu Lenzing: Topmodel der 90er, Naomi Campbell,machte vor einigen Jahren Werbung für den oö. Faserhersteller. Das ist heute nicht mehr nötig. Und bringt außer einem gewissen Imagefaktor gar nichts, so Untersperger. Da reicht es schon, wenn Baumwolle so teuer ist...und Lenzings Fasern verkaufen sich wie von selbst. P.S ich habe eine Liste an Tencel-Anbietern.

via: Öst.Textilzeitung

Kommentare

Anonym hat gesagt…
http://www.utopia.de/gruppen/kleidung-fashion-77/diskussion/bambus-diplom-1105?page=4
"...Tencel hingegen wird aus Eucalyptus gemacht, das Greenpeace als katrastrophal einschätzt...."
#spassverderber

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