compostable swimsuit- nach 180 Tagen spurlos verschwunden

Wieder ein kompostierbares Produkt aus dem Feld der Mode:
Diesmal von Linda Loudermilk, der bekanntesten amerikanischen Eco fashion Designerin.
Ihr Ansatz ist geprägt von einem: Wenn es nicht mehr gefällt, gräbt es ein.  “It’s very inexpensive so it’s something you can give to your guests but it has a fashion-forward look,” erklärt die Designerin. Mehr dazu hier.
Das Material ist absolut neu, ein Stoff, der aus Pflanzenstärke besteht. Und nicht am Körper beim Baden vergeht sondern erst, nachdem er unter die Erde kommt. Nach 180 Tagen sei er restlos verschwunden.


Und ich bin wieder hin- und hergerissen. 
Leicht zu konsumierende schicke Produkte, bei Nichtgefallen in den Kompost. Gute Idee?

So gut die kompostierbaren Ideen sein mögen, denke ich im Hinterkopf doch immer wieder an die Rede von Ernst Ulrich von Weizsäcker anläßlich der good goods in Hamburg, der vor dem Rebound-Effekt warnte: Wir werden immer effizienter, doch unser Energieverbrauch steigt an. Weil wir uns immer neue Spielarten und Produkte einfallen lassen. Vergänglichkeit oder Beständigkeit? Was wollen wir?

via: Ecouterre 
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Kommentare

Lars hat gesagt…
Ich bin ja ein leidenschaftlicher Kritiker von Herrn Braungart, der mit Verweis auf C2C (cardle 2 cradle/Ökoeffektivität) schön provokativ zu einer neuen Kultur der Verschwendung aufruft. Ich glaube wir brauchen alle 3 Öko-Strategien: Effizienz, Ökoeffektivität (C2C, Konsistenz) und auch die Suffizienz (http://de.wikipedia.org/wiki/Suffizienz_%28%C3%96kologie%29).

Öko-Effektivität meint ja bekanntlich, dass alle Produkte so geschaffen sind, dass sie - komplett oder in Teile zerlegt - entweder in technische Kreisläufe (Recycling ohne Downcycling) oder natürliche Kreisläufe (Kompostierung) überführt werden können.

Bei beidem macht es dennoch Sinn, dass es sich um qualitätsmäßig langlebige und designmäßig zeitlose Produkte handelt, denn sowohl die Produktion als auch das Recycling verbrauchen ja ebenfalls Ressourcen.

Für kompostierbare Kleidung bedeutet das: Super Konzept, wenn die Sachen zuvor lange genutzt werden (können).

Bei kompostierbaren Non-Food-Produkten kommt jedoch noch hinzu, dass die Verwendung von natürlichen Rohstoffen nicht per se einer Erhöhung globaler Ressourcengerechtigkeit zuträglich ist.

Werden Nutzpflanzen zur Rohstoffgewinnung angebaut, entsteht eine Flächennutzungskonkurrenz zur Lebensmittelerzeugung (wie beim Bio-Sprit erster Generation). Zudem erfolgt dieser Anbau in der Regel nicht nach den Regeln ökologischer Landwirtschaft, sondern in konventioneller Monokultur, mit Pestiziden, Stickstoffdünger (erdgasbasiert) und unschönen Folgen für die Bio-Diversität.

Die Jungs von Oat-Shoes haben mir versichert, dass ihre Bio-Kunststoffsohlen aus Reststoffen des Nutzpflanzenanbaus bestehen. Es wird also nicht die Frucht, sondern der Rest der Pflanze verwendet, der sonst direkt als Kompost oder in einer Biogas-Anlage enden würde.

Und natürlich ist auch der Prozess der Verarbeitung des Pflanzenmaterials ökologisch relevant. Der ist ja bekanntlich z.b. bei Viskosen ökologisch nicht so dolle, bei Tencel hingegen ganz gut.

Wie so oft gibts bei dem Thema wohl kein einfaches "gut" oder "schlecht", sondern es kommt sehr darauf an, wie das Konzept "Kompostierbarkeit" umgesetzt wird.

Aufgrund der Berge von Altfasern sehe ich derzeit im hochwertigen Textilrecycling und in der technischen Kreislaufführung jedoch den erstmal zielführenden Ansatz. Sowohl Schuhsohlen als auch Bikinis lassen sich auch prima aus Recyclingkunststoffen herstellen, am besten in einem bluesignzertifizierten Prozess - und so langlebig wie möglich :)
Fr.Jona&son hat gesagt…
Lieber Lars, ich danke für Deinen informativen Kommentar. Und ich gebe Dir völlig recht. Auch in puncto Herrn braungart, den Verfechter des neuen Verschwendens. Ich habe so meine Probleme mit seiner Art die Dinge zu sehen. Sinnvoll verschwenden ist schon ein Widerspruch in sich.

Und- ja- wenn schon produzieren,d ann hochwertig und sprsam, lange benutzen und dann erst verwerten. Danke Dir.

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