Der kompostierbare Schuh- oder- Ideen, die die Welt braucht?

Freundin Petra und ich bei der Ethical Fashion Show im Hotel Adlon. 
Nach vielen interessanten  Labels beim Green Showroom, deren Geschichten und Gesichtern dahinter, kamen wir zum jungen niederländischen Schuhlabel OAT. Die charmante Dame, die uns OAT vorstellte, wies uns auf die Recyclingfähigkeit dieses Schuhs hin, die Kernaussage und/oder Existenzberechtigung dieses Produkts quasi.

So meinte sie, daß  " wenn einem so nach 2 Jahren der Schuh nicht mehr gefällt, könne man ihn einfach auf den Kompost werfen. Und dann wachsen daraus Blumen, denn es ist ein Säckchen Samen im Schuh integriert."

" Shoes that bloom", so der Slogan des Labels aus Amsterdam.
Nett, oder? Oberflächlich betrachtet könnte man sagen, daß es toll ist, wenn ein Schuh einfach in die Erde eingegraben werden kann. Und dort Nahrung und Basis für neues Leben ist. Doch: Die Bemerkung, daß dieser Schuh einem vielleicht nach zwei Jahren nicht mehr gefällt... und dann wieder zu Erde und Blume werden soll...  ist keine sinnvolle, grüne Strategie. 2 Jahre Lebenszeit für Schuhe....


Wenn sie von 8 oder 10 Jahren gesprochen hätte oder von "Weiter-Verschenken, Reparieren oder Tauschen" und dann Wegwerfen / Kompostieren, dann wäre ich  versöhnt gewesen. Und es hätte dem Produkt mehr Glaubwürdigkeit verliehen.

Abgesehen davon, daß laut unbeteiligter Zeugin/Person diese Schuhe langweilig aussehen, eben "echt öko", ist die Entwicklung von Produkten, die auf so kurze Lebenszeit ausgelegt sind,  eine Verschwendung von Technik und Ressourcen. Und mehr Greenwashing als Green.  Und  die Geschichte von den Blumensamen scheint nur aufgesetzt zu sein. Dieser helle Stoff-Schuh müßte zudem oft gewaschen werden, und bitte die Samenpäckchen nicht mitwaschen....

Ein bißchen mehr Bekenntnis zu Langlebigkeit bitte. Dann hört sich das Wort "Kompostieren" gut an. Am sinnvollsten wäre aber das Halten eines gut gearbeiteten Produkts im Nutzungskreislauf- und das so lange wie möglich.

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