ZARA lassen Menschen schuften

Brasilien. ZARA, eines der angesagten Labels unserer Zeit, lässt in Brasilien arbeiten. Unter menschenverachtenden Bedingungen. 

Nun wurde ein Zulieferbetrieb 130 km von Sao Paulo entdeckt, der jegliche humanen Arbeitsbedingungen vermissen lässt. Seit Monaten wird schon von staatlicher brasilianischer Seite ermittelt. jetzt schlägt die "Entdeckung" große Wellen.

In  einem Zulieferbetrieb wurden 15 Immigranten entdeckt, die aus Bolivien und Peru stammten, die Jüngste war 14 Jahre alt. Zu der katastrophalen Behandlung der Arbeiterinnen kommt bei den 15 noch ein besonders inhumanes Detail dazu: Diese von Schleppern ins Land  geschmuggelte Menschen müssen laut Guardian erst einmal an die 4 Monate arbeiten um die Schleppergebühr bezahlen zu können...Mehr dazu findet ihr hier(Welt). Und hier(Guardian). Der Konzern mußte auf die Vorwürfe reagieren und putzte sich gleich vorweg einmal ab:
"Einer unserer brasilianischen Zulieferer gab ohne unsere Erlaubnis einen Auftrag an eine Werkstatt weiter, in der fünfzehn Arbeiter ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt waren." Dies verstoße gegen den firmeninternen Verhaltenskodex. "Dafür haben wir null Toleranz",...

Ein pikantes Detail am Rande: 
Auch die britische Prinzessin Kate Middleton kauft gerne bei der spanischen Firma ein. 

Wenn man weiß, daß eine Näherin etwa ein halbes Jahr Tag und Nacht schuften müsste, um sich ein ZARA-Kostüm Marke Middleton leisten zu können, erkennt man die Absurdität und Unmenschlichkeit des Verhältnisses zwischen Verkaufspreis und Stundenlohn.

So lächerlich niedrig, daß es eine Schande ist, daß solche Tatsachen nicht flächendeckend in jedem Magazin, jeder Zeitung, jedem Medium stehen.

Für eine Jeans, die im Geschäft zB 126 Dollar kostet, wird 1.14 Dollar "Lohn" berechnet. Diese  Summe müssen sich die 7 an einer Hose beteiligten Näherinnen teilen. Monatslohn der illegal Beschäftigten: zwischen 156 und 290 Dollar. Der brasilianische Mondestlohn beträgt 340 Dollar.

Pippa in Zara
Die Mißstände in der Modeindustrie sind kein Geheimnis mehr und doch werden sie noch zu leise angeprangert. Oder ist es so vielen Menschen wirklich egal, wie ihre Laufstegkopien an die Kleiderstange kommen? Zu so niedrigen Preisen? Werden Menschen auf der Strasse oder im eigenen Umfeld auf ihre getragene Kleidung angesprochen, zucken sie mit den Achseln, winden sich kurz und unbehaglich und stottern dann etwas von "ich habe wenig Geld". Und " das habe ich nicht gewußt". Ist dann die lästige Störenfrieda erst einmal wieder weg, dieser Gutmensch auf 2 Beinen, kann aufgeatmet und wieder weiter geshoppt werden, so wie es fast alle machen. Klingt plakativ?

Ist aber leider oft wahr. Daß selbst so reiche Menschen wie eben die Prinzessin oder ihre Schwester Pippa in solchen Läden shoppen gehen, ist tragisch. Gerade Großbritannien bietet eine Fülle an grünen Modelabels diverser Stilrichtung. Auch für Prinzessinnen, selbst wenn sie sich in Understatement üben wollen, nicht auf Recyclinglook oder Leinenkleider stehen. 
Vorschlag: Minna-dress aw 11

Wir können gerne über Style sinnieren, fachsimpeln( ich bin ja Designerin und liebe gutes Design), uns an schönen Kleidern erfreuen- wenn die Vorbedingungen passen. Angemessene Entlohnung/Wertschätzung für ALLE an der Produktion Beteiligten, möglichst umwelt- und Ressourcen schonende Produktion, KEIN Ausbeuten von Menschen, Tier, Natur.

"A raid in Sao Paulo found people working in cramped, unsanitary conditions, for long hours. Electrical wires dangled dangerously from the walls above piles of fabric, says the BBC’s Paulo Cabral, who accompanied officials on their raid. The people were being paid between 12 and 20 cents a piece – the equivalent of 7-12 US cents (4p-7p), Brazilian media reported." BBC


Princess Kate Middleton loves shopping at ZARA. Maybe she changes her shopping habits now a little bit.Take a look at this GUARDIAN-article.



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