die wahre ökoheldin

Wieder ein Artikel zum Thema nachhaltiger Lebensstil: Diesmal gefunden im SPIEGEL.

Er stellt die Frage in den Raum, was die LOHAS(ich meine die mit großem Geldbeutel) eigentlich bewirken mit ihrem beim oberflächlichem Hinsehen begrüßenswerten Lebenswandel- bei näherem Hinsehen kritisch zu bewertenden.  Man reist mehr, konsumiert mehr,besitzt viel mehr energieeffiziente Geräte, teurere Autos. Man will  genießen. Der "grüne Hedonismus", der sich stark an Konsum orientiert, macht die Welt definitiv nicht besser. Sondern lenkt ab davon, daß sich unsere Gesellschaft in Konsumfragen und Lebenswandel stark einschränken muß und dies eine Änderung des bisherigen konsumorientierten Lebensstils voraussetzt.
Foto: Thomas Brötzler

Daß dieser Artikel gleichzeitig Werbung für ein Buch macht, das polarisiert statt zu erklären und nach guten Lösungen zu suchen  ist mir durch eine aufmerksame Leserin aufgefallen. Und  ärgert mich jetzt. Retten wir die Welt mit dem "richtigen Konsum"? Sicher nicht. Mit solchen Büchern auch nicht. Denn sie katapultieren eine ganze Bewegung immer wieder an den Start zurück.

Wer ist die wahre Ökoheldin? Die Antwort ist wenig überraschend und stellt die Pointe des Spiegel-Artikels dar. Es ist die Rentnerin in ihrer kleinen Wohnung, die weder ein Auto noch einen Flachbildfernseher besitzt. Die keine Reisen macht, in keinen Flieger steigt, wenig zum Leben braucht und ihre Kleider selbst stopft. Diese alten Menschen haben den kleinsten ökologischen Fußabdruck. Nur, niemand will heute so leben. Aus Armut klimafreundlich leben zu müssen......

Dabei lohnt es sich ein wenig hinzusehen und das Gesehene mit seinem eigenen Leben zu vergleichen. Wie kann ich auf kleinerem Fuß  trotzdem vergnügt leben?

Kommentare

Antje Radcke hat gesagt…
Auf diesen Beitrag auf SpiegelOnline habe ich gestern in einem Google+-Beitrag reagiert - und davor in meinem längeren Blogpost "Die Lügen-Lüge". Denn der Spiegel-Artikel ist ja nichts anderes als Werbung für das Buch "Der Ökofimmel".
Auch zu dem Buch "Das Ende der Märchenstunde" habe ich einen längeren Kommentar geschrieben. Mich regen diese Lügen-Bücher so richtig auf - und wenn ich mich aufrege, dann reagiert mein Verstand besonders scharf ;-)

Wer sich mit mir aufregen und dabei ein paar Argumente sammeln mag, hier sind die Links:

"Ich liebe Märchen..."
http://antje-radcke.blogspot.com/2012/01/ich-liebe-marchen.html

"Die Lügen-Lüge"
http://antje-radcke.blogspot.com/2012/03/die-lugen-luge.html

Lohas versus Rentnerin:
https://plus.google.com/u/0/102902606298362366940/posts/hw4K2Y8B8B7

Ich hoffe, es wird mir verziehen, dass ich hier so gnadenlos Werbung für meinen (absolut werbefreien) Blog mache - aber ich habe mich so gefreut, dass die Themen auch hier angesprochen wurden. Und ich finde, wir sollten die Debatte aktiv weitertragen.
Fr.Jona&son hat gesagt…
ich kannte dieses Buch nicht- und gebe Dir recht- wenn in diesem Bereich so atgumentiert wird.

Und paltt Werbung gemacht wird. das habe ich etwas überlesen. Manche Dinge stimmen aber einfach- wenn ich Menschen sehe, die Bio einkaufen und einenen SUV steuern oder gerne fliegen. Andere Aussagen des Artikels sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie erstens lauter konsumorientierte Trottel aus uns machen und zweitens eine Veränderung des Systems hin zu mehr grünen Werten als unmöglich sehen
Antje Radcke hat gesagt…
Ja, ich finde es auch unbedingt nötig, über unseren Konsum generell nachzudenken. Aber das gilt für unsere Gesellschaft (und Politik) insgesamt.

Ich finde es nicht richtig, die Menschen in zwei Gruppen einzuteilen: Die einen, die zu wenig Geld haben, um Ressourcen zu verschwenden - und die anderen, die soviel Geld haben, dass sie trotz Bio-Kleidung und Lebensmitteln über unsere Verhältnisse leben.

Beides stimmt so nicht. Ob arm oder reich oder irgendwie dazwischen: Alle könnten noch mehr dafür tun, dass wir die Lebensgrundlagen auf unserer Erde nicht vollkommen zerstören.

Und ich freue mich über die Reichen, die mit ihrer Kaufkraft (um mal das böse Wort zu benutzen) den Bio-Anbau weltweit ankurbeln. Das bringt zwar auch Probleme mit sich, aber es bewegt sich etwas.

Genauso freue ich mich über den Hartz IV-Empfänger, der einen Kochkursus macht, um sich künftig auch Bio-Lebensmittel leisten zu können.

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