Esther Perbandt ss2013

Die Berliner Designerin Esther Perbandt kombiniert für ihre kommende Frühjahrskollektion Holz mit Biobaumwolle und Recyclingpolyester.
Fetisch, Punk und Unisex. Ein wenig erinnert mich ihre Sprache an Ann Demeulemeester, der Grande Dame des PunkRockAndrogyn- Style aus Antwerpen.
Die Reduktion auf wenige Farbtöne und glatte Oberflächen stellt die Trägerin in den Mittelpunkt.

Hemden- und Hosenkombinationen auf den ersten Blick, leicht konstruiert. Hier hält sich die Designerin zurück und lässt die Form im tragbaren Bereich- was gut ist. Eco Fashion darf tragbar sein und trotzdem etwas an Avantgarde versprühen. Die neuen Accessoires, handwerklich verbundene kontrastreiche Materialien, sind toll, wenn ich es so platt ausdrücken darf- hier sehe ich viel Potential bei Perbandt. Die Kleidung scheint auf den ersten Blick androgyne schmale Silhouetten zu bevorzugen- mich packt gerade die Idee, wie denn ihre Kleidung an vollbusigen, gerundeten Menschen, also dem Durchschnitt, aussehen würde. Unpassend? Oder glättend und einen Hauch von kühlem Intellekt verleihend? 


Gerade Damenlabels und viele Frauen selbst drängen gerne in eine hübsche Sexyness. "Weiblich" und "Intelligent" passen nicht zusammen, ist eine andere These der gesellschaftlichen Normen. Es wäre wünschenswert, sich als Frau von dieser Sexyness zu verabschieden und mehr in Richtung Intellekt und Charakter zu gehen, auch optisch. Wie zB mit einem androgynen Stil, der eine andere Botschaft spricht. Unterkühlt, intelligent, und wie in diesem Fall trotzdem erotisch. Es käme auf einen Versuch an. Wobei auch hier die Grenzen zwischen "Objekt" und Subjekt" verschwimmen.  Interessant, daß mir dieses Thema gerade hier einfällt.


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