Food Inc. und warum es wichtig ist zu wissen, was man isst

Wer kennt den Dokumentarfilm Food Inc? Gestern habe ich ihn gesehen.

Wer wissen will, welche Zustände in Amerikas Supermärkten herrschen, was Monsanto mit Essen zu tun hat und warum Menschen 400 Kilometer fahren um ein frisches Biohuhn zu kaufen, sollte sich diesen Film ansehen. Ich bin erschüttert. Dieses hohe Ausmaß an Industrialisierung unseres Essens macht mir Angst. Hier eine sehr gute Zusammenfassung der Süddeutschen von 2009. Und auf Wikipedia. Und auf Goodlifer.



Ein paar Zahlen/Fakten, die ich im dunklen Kinosaal mitgekritzelt habe:

Empfehlenswertes Buch: Michael Pollan, Das Dilemma des Allesfressers


--30% der Fläche der U.S.A ist mit Mais bepflanzt
Mais ist eine vielseitig einsetzbare Pflanze, die von Ketchup über Sirup, Erdnussbutter in Dutzenden Produkten steckt. Und somit überall verwendet wird. Billiges Essen, weil enorm gefördert

--Mais wird als Kraftfutter auch an Kühe verfüttert, die eigentlich Pflanzenfresser sind. Resultat: In ihrem Pansen entwickeln sich die E-coli- Bakterien, die auf den menschlichen Organismus tödlich wirken können.

--US-Bürger vertilgen jährlich pro Kopf 100 Kilo Fleisch .

eine "Meat Production Plant"
---Es gibt nur 13 Fleischereien in ganz U.S.A

--die rosa Fleischmasse- genannt pink slime oder besser Finely Textured Beef,
pink slime- Vorstufe eines Hamburgers
Vorstufe des Hamburger, wird mit Ammoniak behandelt und ist trotzdem nicht keimfrei.(Dazu ein Artikel)

-- ein Hamburger ist billiger als ein Brokkoli








--ärmere Menschen mit überdurchschnittlich hohen Diabetesraten

--Mißachtung von Tier und Mensch

Heute sind Hühnchen in 47 Tagen "fertig"
--diese "Illegalen" waren oft Maisbauern, deren Land mit Mais aus dem Nachbarland überschwemmt wurde- dieser war durch seine staatlichen Subventionen noch billiger und ruinierte mehr als eine Million Bauern. Diese sehen sich gezwungen im Nachbarland als Billigarbeiter ihr Leben zu fristen- oft in Massenschlachtereien und Fleischereien an denen weder sie noch die Tiere, die sie umbringen und verarbeiten, etwas zählen- obwohl sie es sind, die der amerikanischen Bevölkerung das heißgeliebte Bacon servieren

---eine Frau, die für Nahrungsmittelsicherheit kämpft, sagt vor der Kamera nicht, was sie selbst gerne isst, aus der Gewissheit heraus, daß sie umgehend verklagt würde- weil sie bestimmte Dinge nicht isst..


Joel Salatin von Polyface Farms
-- ein Ehepaar fährt 400 Kilometer zur Polyface Farm für ein paar frischgeschlachtete Freilandhühner- es ist es wert, meinen die beiden.

..Monsanto beschäftigt 75 Detektive, die unliebsame Bauern ausforschen und wegen Patentverletzung verklagen, wenn auch nur ein Hauch Wind den genveränderte Pollen des Nachbarn in sein genfreies Feld bläst- hier der Monsanto-Report von Greenpeace aus 2005, die sich mit den unfassbaren Strategien dieses Konzerns befasst.
---70% der in Amerika verkauften Lebensmittel enthalten genveränderte Stoffe
--- die üble Verquickung von Industrie und Politik- hohe Monsanto-Mitarbeiter, die in die hohe Politik und wieder zurückwechseln. Hier ein Artikel im Handelsblatt über deren Praktiken.

---Hier passt ein sehr guter Artikel von Kathrin Hartmann, die auf ihrem bekannten Blog: Das Ende der Märchenstunde sogar die Stanford Universität als subjektiv und gesteuert entlarvt. Es wurde wissenschaftlich belegt, daß "Bio nicht gesünder ist als Konventionell"....eine klare Propagandaschrift für Agrokonzerne.


Wer glaubt, daß uns die Zustände in Amerika nichts angehen, sollte sich nicht zu früh freuen.
  Auch bei uns gibt es Massenprodukte, die ganze Regale im Supermarkt einnehmen. In der anschließenden Diskussion baten Biobauern eindringlich uns KonsumentInnen bei den im nächsten Jahr beginnenden GAP- Verhandlungen aufmerksam zu sein und zu den Biobauern zu stehen. Sie spüren schon den Druck von der Politik und anderen Organisationen "nicht zu selbstbewußt, zu laut und auffällig "zu sein. Man will die Biobranche klein, lieb harmlos und als Minderheit.
Dabei betont selbst die Europäische Union, daß es nur in Richtung biologische Landwirtschaft geht, wenn man eine positive Zukunft im Bereich Ernährung, Bodengesundheit und positive Klimawende haben will. Also, aufgepasst.

Die Förderungen, die Landwirte bekommen, waren gestern auch ein Thema: hier ein passender Text, der symbolhaft für die verfehlte Agrarpolitik in Österreich steht.


-6 der 10 reichsten Österreicher erhalten Agrarförderung
-der Spitzenreiter an Förderungen ist...der Vorarlberger Fruchtsaft-Hersteller Rauch, der den Energie-Drink Red Bull abfüllt und 2008 mehr als 9,5 Millionen Euro an Subventionen bekommen hat - in erster Linie dafür, dass er Zucker aus der EU verwendet, der teurer ist als auf dem Weltmarkt. Das ist mehr Förderung als alle Bergbauernbetriebe in Vorarlberg gemeinsam erhalten, .....stellt Autor Hans Weiss fest. Auszug aus Ö1-Bericht 
-Schwarzbuch Landwirtschaft: Die Machenschaften der Agrarpolitik, Hans Weiss, Deuticke, ISBN-10: 3552061452, ISBN-13: 978-3552061453

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