LEVI´s neue Hosen mit Waste Less und Better Cotton

Unter dem Motto ACHT FLASCHEN, EINE JEANS – präsentiert LEVI’S® die so genannte
"WASTE
DENIM KOLLEKTION


FRANKFURT/WIEN. Levi’s® präsentierte Mitte Oktober seine neue Denim-Kollektion für kommendes Frühjahr mit viel Radau, denn ihr besonderer Bestandteil dabei ist Abfallmaterial. Genauer gesagt, handelt es sich um gebrauchte, recycelte Plastikflaschen. Was für grüne Modeszenekenner nichts Neues ist, ist für eine der großen weltweit agierenden Jeanslabels doch ein großer Schritt. Jedes Produkt besteht zu 20 Prozent aus gebrauchten und wiederverwerteten Inhaltsstoffen.


„Wir haben unsere Produkte von Anfang an zweckmäßig und intelligent designt. Indem wir
Abfallmaterial einen neuen Stellenwert geben, hoffen wir, das Bewusstsein der Gesellschaft für das
Thema Recycling zu verändern und zu verstärken“, sagt James Curleigh, Global Brand President
Levi‘s®. „Die Kollektion beweist, dass Qualität, Komfort und Style nicht geopfert werden müssen, um etwas vermeintlich Nutzlosem eine neue Bestimmung zu geben.“
Auszug aus Presseaussendung.


In der  Frühjahrskollektion 2013 kommen laut Aussendung über 3,5 Millionen recycelte Flaschen
zum Einsatz. Überall in den USA sammelten Partner des Unternehmens über kommunale Recycling-Systeme Produkte aus PET Plastik (Polyethylen Terephthalat), darunter braune Bier-, grüne Limonaden- und durchsichtige Wasserflaschen sowie schwarze Essenstabletts. Das Material wurde nach Farben sortiert, in feine Flocken zerhäckselt und zu Polyester-Fasern verarbeitet. Im nächsten Schritt vermischte man diese mit Baumwollfasern. Schlussendlich verwebte Cone Denim, der  Denim Lieferant von Levi’s®, die Fasern mit herkömmlichem Baumwollgarn, um daraus den Denim für die Levi’s® Waste
„Mit dieser Kollektion tragen wir unseren eigenen kleinen Teil zu einem nachhaltigem Umgang mit
natürlichen Ressourcen bei, indem wir aus Abfallmaterial etwas Neues schaffen.“ ergänzt Curleigh.
„Wir haben uns verpflichtet, Produkte herzustellen, die gut für die Menschen und noch besser für
unseren Planeten sind.“
Levi´s® rühmt sich gerne  seiner Initiativen; die in ihrer Dimension doch etwas bewirken können. Einige "Haken" stören aber doch -wenn man genau hinsieht.


-- Initiative „A Care Tag for the Planet“ von 2009.
Dabei erhalten Konsumenten nützliche Tipps, wie sie beim Reinigen ihrer Kleidung die Umwelt
weniger belasten können. Außerdem werden sie bestärkt, ihre gebrauchten Jeans nicht wegzuwerfen,sondern für wohltätige Zwecke zu spenden. Spenden ist zwar gut, aber wie mittlerweile bekannt, landen die meisten Spenden nicht bei Bedürftigen sondern reisen als "Mitumba" durch die Welt nach Afrika, wo sie wieder verkauft werden. Hier würde wohl nur helfen, wer seine Hosen ewig trägt oder drei Mal überlegt, bevor er/sie eine neue Hose kauft.

  --Water

--Weiterhin ist das Unternehmen Mitglied der Better Cotton Initiative, die sich zur Aufgabe
gemacht hat, den Wasser- und Pestizidverbrauch bei der Baumwollproduktion zu senken und
hunderttausende Baumwollbauern betriebswirtschaftlich zu unterstützen. Bislang hat Levi Strauss &
Co. Better Cotton in über fünf Millionen Jeans verarbeitet. Hier ein großer Haken: Wie Experten zu Recht kritisieren, ist die BCI, salopp gesagt, ein "Mascherl der Großen", man spricht auch  von "Greenwashing". Beim Better Cotton-Programm geht es nicht darum, Biobaumwolle zu produzieren noch dies zu fördern, auch ist gentechnisch veränderte Baumwolle Teil des Programms. Leider sind einige große Mode- Firmen wie h&m, Ikea, Migros, Tchibo, C&A, Wal Mart ,... die sich zum Teil punktuell der Biobaumwollverarbeitung verschrieben haben, wieder einen Schritt zurückgegangen und bei Better Cotton dabei. Dort sind die Kriterien  weniger streng und sowohl aus ökologischer als auch aus menschlicher Sicht nicht das Gelbe vom Ei. Informationen dazu hier und hier von Lars Wittenbrink oder hier ein längerer Artikel bei Netzwerk Faire Mode, ein Interview, das Jana Kern mit dem Baumwoll-Experten Simon Ferrigno zum Thema "Zukunft der Biobaumwolle geführt hat".

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