Tiefenökologie gegen den Weltschmerz

Diese Woche hatte ich ein Gespräch mit einer lieben Kollegin von mir, die seufzte:"Wenn man sieht, wie wir mit der Welt umgehen, dann muß ich sofort in eine tiefe Depression verfallen. Hier hilft nur mehr Tiefenökologie."

Was ist Tiefenökologie? Es geht um ein tiefes Verbundensein zwischen Mensch und Mutter Natur, Mutter Erde. Tiefenökologie ist eine praxisorientierte Philosophie, die Menschen dazu bringt, "mit dem Herzen zu denken". Sie basiert auf Erkenntnissen der Systemtheorie, der Umwelt- und der Hirnforschung. Durch Übungen lernt man, sich selbst als Teil des Systems Erde wahrzunehmen und besser mit anderen Menschen in Verbindung zu treten (Zitat Ö1, diese Woche wurde Tiefenökologie thematisiert)

Zur Geschichte:
Der Begriff "Tiefenökologie" wurde vom norwegischen Philosophen und Bergsteiger Arne Naess (1912 - 2009) geprägt. Im Gegensatz zur eher technikorientierten, an der Oberfläche haftenden Ökologie, die  unsere Lebensbedingungen mit Hilfe von Kläranlagen und Effizienz verbessern will, geht die Tiefenökologie "in die Tiefe". Sie sucht nicht nur nach den Ursachen der von uns im großen Stil betriebenen bewußten und unbewußten Zerstörung der Natur, nein, sie sucht auch nach unserer Aufgabe. Daran hat Systemtheoretikerin und Buddhismusforscherin Joanna Macy (geb. 1929) gearbeitet. Macy entwickelte praktische Übungen, denn sie erkannte den Zusammenhang zwischen Problem, Schuldgefühl und Starre. Angesichts der komplexen Problematik kann es oft nicht anders sein, daß man als Mensch davorsteht und mit Schuldgefühl und Angst darauf reagiert- und diese Gefühle einer tiefgehenden Handlungsunfähigkeit weichen, die wohl ein Kaninchen empfindet, wenn sie ihrer Schlange gegenübersteht.



Erst wenn man sich diesen Gefühlen stellt und sie analysiert, kann ein echtes, tiefes Engagement für die Welt entstehen, meint der österreichische Umweltpädagoge Andreas Schelakovsky."Haben Menschen ihre Lage erkannt und ihre emotionale Reaktion auf den Zustand der Welt erforscht, erwächst zumeist der Wunsch nach engagiertem Handeln - nicht aufgrund moralischer Ermahnung, sondern aus einem inneren Wissen um Verbundenheit." Auszug aus Ö1-Text. 

Lesetipp:
Hier ein link zu einer Schrift von Andreas Schelakovsky, die Tiefenökologie beschreibt.

Wir alle sind wichtig, wir sind Natur, ich bin wichtig, Du bist wichtig- alle unsere Handlungen zählen und jede und jeder von uns kann etwas bewegen. Ja!
Alle Fotos: Fr.Jona&son

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