Neue Studie zu Obsoleszenz

Endlich. Gibt es eine Studie zum Thema Obsoleszenz.
Das, was bisher mehr unter "Verschwörungstheorie von KonsumentInnen" abgetan wurde, steht jetzt auf bestätigten Beinen. Geräte werden wirklich so gebaut, daß sie nach einer absehbaren Zeit ihren Geist aufgeben. Stefan Schridde(Murks Nein Danke) und der Ökonom Dr.Christian Kreiß haben unter Mitarbeit von Janis Winzer im Auftrag der deutschen Grünen recherchiert und diese Studie erarbeitet. Die Experten schätzen den finanziellen Schaden von absichtlich nachlässig produzierten Geräten für die deutschen KonsumentInnen auf 100 Milliarden Euro. Hier der link zur Studie. 
Ich lernte dieses Thema in den Neunzigern kennen, als ich an meiner ersten Diplomarbeit zum Thema "Das, was übrig bleibt"* arbeitete. Damals las ich unter anderem "The Waste Makers"(erschienen 1961!) vom amerikanischen Publizisten und Sozialkritiker Vance Packard, der das Thema der Überproduktion schon vor 50 Jahren thematisierte. Die Industrie der U.S.A. nahm schon damals eine unrühmliche Stelle als große "Waste Makers" ein, die schon in den 1950er Jahren begann, ihre Produktion zu manipulieren, um den Absatz zu steigern. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen. Zurück in 2013. Obsolenszenz, machtlose KonsumentInnen. Machtlos?
...Viele Konsumenten finden sich damit nicht mehr ab. Die in den Niederlanden gestartete Repair-Café-Bewegung hat mittlerweile auch in Deutschland zahlreiche Repair Cafés hervorgebracht. Und auch im Netz organisiert sich Widerstand: Auf iFixit haben 500.000 User mittlerweile über 2000 Reparaturanleitungen erstellt...Textauszug von http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aufstand-gegen-geplante-Obsoleszenz-1831367.html

Ist nach den Nähcafes, Strickkreisen nun endlich die Zeit der Repair Cafes gekommen? Zu wünschen wäre es. 

Weitere Lestipps:
Auch Der Standard hat dazu geschrieben Über die "Reparatur-Rebellen".

http://www.ifixit.com/

Foto via

*Damen-Kollektion aus alten Herrenhosen und Pullovern

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