Wearfair&mehr - Grüne Mode ist im Alltag angekommen

die beste Performance kam von diesen Breakdancern für RAINCOMBI





Die Wearfair&mehr 2014 ist Geschichte. Sie erlebte so viele Ausstellerinnen (~200) wie noch nie und mehr als 11.000 Besucherinnen. Das ist Rekord.
einer der stilvollsten teilnehmer von fesch am rad
credit: Karin Wansch
Ich beschränke mich bei meinem persönlichen Rückblick auf Highlights, die mir beim Durchgehen aufgefallen sind. Die Fotos sind alle-bis auf den Herrn rechts (credit: Karin Wansch)- von der Messefotografin Christine Kienesberger, die einen super Job gemacht hat. Eines gleich vorweg: die Messe ist größer geworden, thematisch breiter und die BesucherInnen heterogener. Man kann nicht mehr sagen, daß nur die Ökos kommen. Es kommen alle.


ein paar lichter gesetzt auf labels und mehr
Besonders gefallen haben mir wieder die Siebdrucke von zerum. Sigmund Benzinger und sein Team haben sich schöne motive ausgedacht und historische Motive aus der Ballonfahrt etwa- mit moderner Ästhetik zu einem neuen Kontext zusammengefügt. auch RadfreundInnen kommen hier motivtechnisch auf ihre Kosten. Bei Zerum konnte man auch Brillen mit Holzgestell sowie Holzuhren erwerben.


Katuni ist nun Klimabündnis-Betrieb
Greenality haben ebenfalls wieder neue Printmotive mit ökopolitischer Aussage im Programm, die sogar ich Message-T-Shirts- Verweigerin anziehen würde. Dazu schöne Cordhosen in warmem Rostton. Und die Message- Printmotive gibt es auch auf Stofftaschen zu erwerben. Dazu gesagt, ist der Labelgründer Markus Beck einer der nettesten Menschen im grünen Modebereich.


Katuni zeigt Roboter- und andere ihrer wunderbar fein gezeichneten Motive für Erwachsene und Kinder, dazu schöne Sweatpullis mit Colour Blocks, allerliebst! Was Motive betrifft, ist sie jedes Jahr mein Highlight. Mittlerweile bietet sie auch schon Stücke in Größen jenseits der 40 an, was nicht nur mich freuen dürfte. Katja, das muß ich immer extra betonen, macht alles selbst- vom Drucken übers Nähen bis zum Vermarkten. Eine Einzelkämpferin, die ihre Liebe für Mode lebt. Wenn ihr nicht nur coole Sachen kaufen sondern auch eine engagierte Designerin fördern wollt, dann kauft bei ihr!!!

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Mandy und Franzi, die beiden Süßen von CharLe Berlin
Charle Berlin bietet die coolsten Jerseyhosen für Kinder- pumphosen, die sich- einerseits in dunkel martialisch a la Karatekid stylen lassen oder in all den anderen bunten Farben auch einfach schick. Für Fußball-Liebhaberinnen sind ihre Fußballmotive auf Jersey zu empfehlen.ein Label, das es versteht, unkitschig und klar zu sein.


Kollateralschaden
Die Jungs von Kollateralschaden aus Berlin erlebten wohl die größte Überraschung bei ihrem ersten Auftritt. Sie schafften es auf Anhieb in die zeitung, wurden daraufhin bestürmt und beinahe leergekauft. Die Hoodies, Oberteile und Kleider aus schwerem Lebenskleidung- Jersey sind raffiniert geschnitten und das haben auch die zahlreichen Besucherinnen der Messe erkannt. Welches Label bietet schon coole Wasserfallausschnitte für Männer?


Die schönsten Taschen gab es bei kontiki.
kontiki
Wer bei "Recycling von Fahrradschläuchen" an Ökodesign denken mag, sollte dieses Vorurteil schnellstens revidieren und in eine oder mehrere Taschen investieren. Die gerade Form, die klare Linie bietet auch für Herren die cool urbanen Taschen für Beruf und Freizeit. Auch schön- Kombinationen aus Gummi mit Denim.

MASI beim Aufhängen der schönen Merinoloops
Der schönste Merino-loop hing bei Masi- kuschelig weich und in großer farbauswahl. den einen in Jade? werde ich hoffentlich bald haben. Masi bieten zudem feinste Strick-Kleider in kräftigen Farben, die sie in Linz in ihrem Atelier stricken.


Schmuck- da hatte ich zu wenig Muße, die wachsende Zahl an SchmuckausstellerInnen anzusehen. So bleibe ich bei meinen Schmuckfreunden aus Wels- Sonis-, die wunderschönen Schmuck fertigen, der in mir immer das Gefühl von Magie, Herr der Ringe und Natur  aufsteigen läßt.

Petra Stockinger von SONIS

kraftstoff
Gleich daneben der Biostoffladen in Oberösterreich, Kraftstoff, dessen Stoffe reißenden Absatz fanden.

schöne Farbkombination bei Milch
Einen hübschen Rucksack habe ich bei Milch gesehen- gemacht aus Hosen. Die "Milchmädchen" trugen bläuliche Oberteile aus Hemden, die ebenfalls tragbar und schön aussahen. bei Milch gefällt mir die burschikose Anmutung, die die Modelle trotz Frauenformen haben. aus Herrenkleidung Damenmode zu machen, bedeutet bei Milch eine humorvolle, androgyne Linie frei von falscher Deko. Gefällt mir sehr gut. Auch die Farbzusammenstellung trifft bei mir einen will-ich-haben-Nerv.

Wer Handstrick in sanften Farben liebt, sollte sich das Label Dörte Kaufmann aus Wien näher ansehen.Ich könnte mir gute Outfits aus Dörte Kaufmann und Milch vorstellen.





grauton
Eine sanfte Alternative zu poppiger Kindermode gibt es bei Grauton. Fand ich es anfangs gewöhnungsbedürftig, graue teile für kinder zu entdecken, merkte ich doch, daß es etwas für sich hat, auch mal leise gekleidete kinder zu sehen. Es hat mich an die Zeit erinnert, als meine Buben noch klein waren und ich erkannte, daß ich als Mama (und in den siebzigern geboren) mehr Freude mit den wilden Mustern hatte als die eigentlichen Adressaten. Kinder mögen nicht immer knallig.

Minga Berlin
Knallig bunte Socken von Minga Berlin sind endgültig in Österreich angekommen. Gleich mehrere Shops haben sie im Programm gehabt und so fand ich dann doch noch die schönen gelb/blaugrünen bei Muso Koroni.



Highlights?

Eine Endverbrauchermesse wie die Wearfair&mehr hat es in einem Punkt schon seit Jahren schwer: die herausragenden Modelabels, die "KünstlerInnen", kommen nicht. Diese sind auf Fachmessen in Metropolen wie Berlin oder London anzutreffen, aber nicht hier. Dies hat mehrere Gründe. Wer kommt, sind die zahlreichen T-Shirt- Labels, mit Aufdruck oder ohne, die Streetwearlabels, die soliden Jeans-, Ethno-, Öko-, Filz-, Alpaka- und Jerseylabels in allen Schattierungen, optischen Aussagen und Qualitäten. Keine High Fashion, keine Abendmode. Keine Avantgarde von der Design-Uni- naja vielleicht bis auf km/a. Dafür aber alles erdenklich Nützliche und Schöne für jeden Tag. Was auch in Ordnung ist für eine Lebensstilmesse mit mehreren Schwerpunkten.

Modenschau?
Bei der Modenschau war diese Lücke offensichtlich. Eine Modenschau, die eigentlich das künstlerische Highlight einer Modemesse sein sollte, die Menschen mit einer Mischung aus Utopie, Traum und Schönheit inspirieren sollte, litt unter dem Alltag. Enige der für mich besten Labels dieser Messe haben zudem die Schau ausgelassen. Interessant wäre, warum sie nicht teilgenommen haben. Aus finanziellen Gründen? Oder weil sie es nicht für nötig erachten? Nunu Kaller hat auch darüber geschrieben- kritisch und detailliert.

Mein Highlight der Schau:
die Performance von 4 Menschen komplett verhüllt in RAINCOMBI- RegenRad-Anzügen. Sie  vollführten ihren Auftritt mit Breakdance-Choreographie und das sah sehr gut aus!

Zwei Dinge,über die ich nach der Messe bzw eigentlich nach jeder Modemesse nachdenke,sind:

--Ähnlichkeiten im Design.
--Wie kann man Trends mit grüner Philosophie unter einen Hut bringen?
Dazu ein anderes Mal mehr.


Fazit: Auf dieser Messe fand sich für jeden Geschmack etwas- bis auf High Fashion, schicke Mode in XL( laut BesucherInnenmeinungen) sowie schöne Bürokleidung für Damen und Herren.Auch den Bereich Radbekleidung halte ich für ausbaufähig. Die BesucherInnen waren so gemischt wie nie. Älter, jüngere, Ökos, Nichtökos, die Nische ist überwunden! Und das ist sehr gut so. Grüne Mode ist im Alltag angekommen. Ich freue mich schon auf 2015.






Kommentare

RAINCOMBI hat gesagt…
Danke für deinen tollen Beitrag & natürlich vielen Dank für die Erwähnung der RAINCOMBI Performance bei der Modenschau! :)
Fr.Jona&son hat gesagt…
Das hast Du Dir auch verdient! :-)
Fr.Jona&son hat gesagt…
Lieber Daniel, danke für deinen Kommentar. Zum Thema Fast Fashion:
Mir geht es hier um die Ästhetik, ich habe in keiner Weise etwas zu Herstellungsgeschichte geschrieben, denn diese ist mir nicht bekannt.
Ich frage mich, ob es möglich ist, Kleidung zu designen, die in ihrer Ästhetik länger Bestand hat.
DeeausB hat gesagt…
Das mit Anton und Emma ist mir auch schon aufgefallen. Geklautes Design quer durch alle möglichen Labels. Ich hoffe, die fühlen sich mal an der Ehre gepackt und denken sich was Eigenes aus.

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