H&M trifft auf Alexander Wang. Und wird von Dandy Diary durch den Kakao gezogen



Die Blogger von Dandy Diary haben in Indien eine Art Anti- Werbespot gedreht, der aus H&M- eines meiner liebsten Un-Firmen, einen Kinderarbeit-Unterstützer macht. Die Aufregung ist nun groß und selbst klassisch konventionelle Modebloggerinnen, die sich sonst einen Dreck um "so etwas zu Vernachlässigendes" wie Arbeitsbedingungen und ökologischen Fußabdruck scheren, posten dieses Video. Und wirken betroffen. Wenn dieses Video es schafft, daß Menschen darüber nachdenken, was sie kaufen und mit wem sie sich regelmäßig kleidungstechnisch ins Bett legen, dann ist dies schon ein kleiner Sieg. Selbst wenn dieses Video ein Fake ist. H&M selbst hat von diesem Video auch schon gehört und zutiefst verärgert reagiert.
Nachzulesen bei einem der bekanntesten Modeblogs klassischer Art etwa, Journelles.

Nachsatz: Wer die Kommentare auf Journelles liest, die unter dem Post stehen bezüglich Dandy Diary und H&M, sieht die Ambivalenz, wenn Modekonsum auf Wissen und Gewissen trifft.. Manche treue Leserinnen wirken betroffen, andere geben unumwunden zu, daß diese Reaktion vermutlich nur kurz anhält und wieder vergeht. Und weiterhin Fast Fashion gekauft wird. Ich finde es mutig, daß sich Bloggerin Jessica Weiss, die Frau hinter Journelles, diesem Thema kurz aber doch widmet. 

Denn sie gehört zu denen, die wie viele andere dieser Riege von der Nähe zu Firmen wie H&M leben, regelmäßig Fotos von sich in Designerkleidung posten und sehr gute zielgenaue Werbung für solche Firmen machen. Die ihre Leserinnen mit schönen Bildern dazu verleiten, dann die günstigere Alternative bei H&M und Zara nachzushoppen. Denn sich einfach Designerteile leisten zu können, das geht nur bei den Wenigsten. Bloggerinnen wie sie sind Teil der Fast Fashion-Industrie und -Mentalität und ebenso schuld am künstlich aufgebauschten Hype um Konsum. 


Hier habe ich mir erlaubt, einige Textpassagen aus den Kommentaren auf ihrem Blog zum Dandy Diary-Video herauszukopieren, die sehr schön das Dilemma zeigen:

...Ich finde deine Outfits toll und “inspirierend”, wie man immer so schön im Bloggerdeutsch sagt – aber zu was inspirieren sie mich, außer dazu, das Kleidungsstück auch kaufen zu wollen oder, und da sind wir dann wieder bei H&M und Co., es günstiger ähnlich nachzukaufen (Acne)

...Blogs wie dieser wecken natürlich Begehrlichkeiten, dauernd Neues zu wollen. Das ist nicht eure “Schuld”, denn ich bin ja mündig und kann selber entscheiden, wann ich was kaufe. Das bewusstere Konsumieren ist auf jeden Fall die erste Lösung – aber nicht wirklich im Interesse, wenn man wie ihr von Klicks zu Produkten und Bannern lebt....

...Liebe Jessi, ich würde mir wirklich wünschen, dass Journelles ernsthafte Alternativen aufzeigt. Natürlich ist es dein Blog, dein Geschmack, … aber diese kurzen Aufschreie, die dann in den nächsten Outfitsposts, egal ob Fast Fashion oder Designerteile, ignoriert werden, das kann es doch nicht sein. Es ist sicher eine Zwickmühle, eine Zwickmühle, die dich jobtechnisch wahrscheinlich besonders beutelt, die aber uns alle in unseren Alltag betrifft. Mode ist nicht nur Geschmack und Selbstfindung und -darstellung, Kreativität und schöne Nebensache, sondern irgendwo auch knallharte Politik....

...Und es sind auch nicht nur die Highstreet-Ketten, kik, aldi, tchibo etc, die so und schlimmer produzieren lassen. Auch mittelpreisige und die teuren Luxuslabels lassen mitunter so produzieren, mit einer deutlich größeren Gewinnmarge für den Konzern. Das ist auch kein Geheimnis. Wir können nicht von heute auf morgen alles verändern und die Welt retten, aber wir müssen uns ernsthaft fragen in was für einer Welt wir heute, morgen und übermorgen leben wollen. Unser Kaufverhalten ist die Macht, die wir als Endverbraucher haben…

...Super Jessie!!! Mode ist toll, aber man sollte immer über den Tellerrand kucken. Danke für den Post, hat auch bei mir gesessen ***die lisa
...

Kommentare

Beliebte Posts