Wofür ich dankbar bin und was es mit Wabi Sabi auf sich hat

Gestern saß ich in der Sonne hinter dem Haus, eingehüllt in einer pinkfarbenen Wolldecke, mit dem Buch, das ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Der Susan Effekt von Peter Hoeg. Ich war einfach dankbar, das genießen zu dürfen. Mich nach all dem Nebelwetter einfach von der Sonne bescheinen und wärmen zu lassen. Vorüber gehenden SpaziergängerInnen zuzuwinken. Oder einfach die Augen zu schließen und nichts zu tun,  außer die Sonnenstrahlen zu spüren. 


Und ich dachte mir, daß ich dies mit euch teilen will. Und weiters, daß es schön wäre, wenn auch ihr eure Augenblicke der Dankbarkeit mit uns allen teilen würdet. Es gibt sie mittlerweile in großer Anzahl, die Themenblogs, die ihre "Wofür ich dankbar bin"-Eindrücke sammeln und andere auffordern, es ihnen gleich zu tun. Sie strahlen positiv weiter und verändern die Wahrnehmung, möchte ich behaupten. Dieses Gefühl möchte ich auch teilen. Aus zwei Gründen. Der erste ist, erstens wieder ruhiger und achtsamer zu werden, bei sich zu bleiben und zu erkennen, daß es jeden Tag etwas schönes zu entdecken gibt, wenn man es will. Indem man sich auf die positiven Dinge konzentriert und den negativen weniger bis kein Gewicht gibt.

Und zweitens, weil ich im Gefühl des Achtsamer-Seins das Kernthema meiner künstlerischen Arbeit entdecke, etwas, das mich schon seit Kindertagen begleitet: das Staunen über all die kleinen Details, in denen Schönheit wohnt. Wenn man diese zu entdecken und zu schätzen weiß. Das kleine Holzstück, das von Reif überzogen ist, die Farbveränderung einer verwelkenden Pflanze, der Stein mit unregelmäßiger Form. Die Japaner haben dafür einen Begriff geprägt, Wabi Sabi. Als ich diesen Begriff zufällig gefunden habe, fühlte ich mich angekommen. Genau das meine ich. Soweit es mir als Nicht-Japanerin möglich ist, die japanische Begriffswelt zu verstehen. 

.."Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren.." (Wilhelm Gundert) Wikipedia


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Was sind deine Augenblicke des Dankbar-Seins? Wo hast du Wabi Sabi entdeckt? Ich würde mich sehr über Austausch freuen. Poste ein Bild in den Kommenataren plus einige Zeilen dazu, was es für dich bedeutet.


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