Wie man seine Garderobe richtig zusammenstellt



Ich habe nichts anzuziehen
"Ich stehe vor meinem offenen übervollen Kleiderschrank...und kann mich nicht entscheiden, was ich anziehen soll." Kennst Du das auch? Die gute Nachricht: es gibt Strategien, um Klarheit in deine Garderobe zu bringen. Um den Rahmen dieses Posts nicht zu sprengen, gehe ich in weiteren Artikeln auf Einzelaspekte ein(diese versehe ich mich einem Sternchen*). Vorher noch: Egal, ob Du Dich gerne inszenierst oder am liebsten täglich dasselbe Outfit anziehen würdest oder ob Du irgendwo dazwischenliegst, gibt es Grundregeln, die für alle gelten. Ziel ist eine leicht zusammenstellbare Garderobe(Capsule Collection), die die Nerven, das Zeitbudget und den Geldbeutel schont und dem Fast Fashion-System eine Absage erteilt.

Museum oder Gegenwart?
credit: http://www.lifehack.org/articles/lifestyle/clear-your-wardrobe-unused-clothes-and-make-extra-money.html
Als ich vor einigen Jahren begann, meine Garderobe auf klare Füße zu stellen, stand zuerst eine ehrliche Analyse auf dem Programm. So mußte ich mich der Tatsache stellen, daß mein Kleiderschrank etwa vier Lebensphasen enthielt- die Kunststudentin, die Modedesignerin in einem Unternehmen, die Mama, die Wiedereinsteigerin in einen anderen Beruf und mit größerer Kleidergröße, verschiedene Stile, schwer zu kombinierende Farben, ein Lebensrealitäten-Museum, komprimiert auf kleinem Raum. Zusammengehalten wurde diese Kollektion von der Hoffung, bald wieder in die schmaleren Stücke schlüpfen zu können......Heute blicken mich schöne Basics, selbstgemachte Schätze, Vintage- und Wow-Teile in meinen bevorzugten Stilen an, die meisten in meiner derzeitigen Größe und eine Größe kleiner, denn dort will ich wieder hin. Es sind weniger Stücke als vorher und es findet sich tatsächlich noch etwas Platz für neue Stücke, neue Launen, neue Stile*.


Projekt Kleiderschrank- Meine Garderobe bin ich
Eine einfach zusammenstellbare Garderobe sollte die gegenwärtige Lebenssituation abbilden, eine reduzierte Anzahl an Kleidungsstücken bieten, die miteinander harmonieren. Und ein wenig Sternenglanz*.

Zu Beginn dieser Reise stehen einige Fragen an Dich: 

1. Derzeitige Lebensrealität
Bist Du Mama geworden, frisch aus der Uni heraus, gerade im Ruhestand, wechselst du den Job inklusive Ausrichtung, hat sich deine Körperproportion verändert? Welche Kleidung erfordert dein Job? Hobbies? Wie gestaltet sich dein Lebensumfeld?
Antwort...


2. Persönlichkeit
Bist Du extrovertiert oder das Gegenteil, brauchst du gerade Schutz oder keinen mehr, willst Du Dich verstecken oder sichtbar sein, respektabel, interessant, bunt, laut, leise sein, maskuliner,weniger Püppchen, willst Du im Älterwerden sichtbar bleiben, mußt Du Dich in einer Männerwelt behaupten,........
Antwort...

3. Farbtyp/Farbvorlieben

Weißt du, welcher Farbtyp Du bist? Dieser Punkt ist sehr wichtig, denn genau hier passiert viel an Fehlkäufen und genau hier liegt die Basis für eine in sich harmonische Kollektion. Farben, die im Geschäft gut aussehen, zu Hause aber viel Strahlkraft einbüßen, Farben die gerade in Mode sind, die aber dein Gesicht müde wirken lassen, Farben, die nicht in das bisherige Sortiment passen- es gibt viele Gründe, warum die falschen Farben im Kasten landen. 
Farbpalette Frühling und Herbst- Quelle COLOR&STYLE
Farbpalette Sommer und Winter- Quelle COLOR&STYLE


Viele davon haben mit der jeweiligen Stimmungslage und einem daraus folgenden Impulskauf zu tun, bin ich überzeugt. Am Besten wäre es, eine professionelle Farbberatung zu machen, wenn Du Dir bei der Wahl von Farben regelmäßig unsicher bist. Grundsätzlich werden vier Farbtypen (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) unterschieden, der bestimmende Unterschied liegt in den Farbtemperaturen "kalt" und "warm". Ausschlaggebend für eine grobe Definition ist deine Hautfarbe: Tendiert sie ins warme Orange, ins Gelbliche oder ins kühle Rosa-Bläuliche, Oliv? Die Frühlings- und Herbsttypen werden sich in Farben mit Gelbanteil wohlfühlen, die kühlen und kalten Sommer- und Wintertypen in Farben mit Blauanteil. Frühling und Sommer stehen für die leichteren, helleren Töne, Herbst und Winter für die intensiveren und tieferen Farben. Eine Farbberaterin, die mir vom Auftritt gefällt und interessante Angebote rundherum anbietet, ist Alexandra von menschenanziehen.com

Grundüberlegung 1: Farbkonzept/Basisfarbe
Meine blau-grün-mint-gelbe Farbwelt für Sommer

Basisfarbe.
Für eine reduzierte Garderobe reichen eine dunkle Basisfarbe und zwei helle und wenn man sich konsequent daran hält und alles rund um diese Töne aufbaut, hat man viel an Klarheit gewonnen und seine Kollektion erheblich dezimiert.
Basisfarben sind etwa Dunkelblau, Grau, Braun, Schwarz, Beige, Camel, Weiß, Dunkelrot, etc
Dies sind die Farben für Basisröcke, Hosen, Mäntel, Pullover, Blusen, Jacken, Schuhe.(Schwarz würde ich hier ausklammern und nur den Winter-Typen empfehlen, allen anderen ist die Farbe zu stark.)

Mitteltöne. Dazu kommen die Farben aus deinem Farbspektrum, die Dir gefallen und die zu den Basisfarben passen, für Oberteile etwa, Kleider, Accessoires. Und dann noch einige "Schmuckfarben", die in Mustern vorkommen, in Accessoires, in Einzelstücken. Die das ganze Bild auffrischen. Auch diese sollten immer mit den Basisfarben harmonieren.

Du siehst anhand meines zusammengeklebten Konzeptes, wie es funktioniert. Das System ist natürlich variabel. So kannst Du auch mehr Farben als helle Basisfarbe haben oder weniger Farben insgesamt. Ich selbst lebe mit drei Farbkonzepten, dies hier ist sehr grünblaulastig kühl und mein Sommer-Konzept.

Übrigens, ich plädiere nicht für den absoluten Verzicht aller Farben und Stücke, die nicht dem eigenen Farbtyp entsprechen, schließlich kann hier das eine oder andere Lieblingsteil dabei sein. Beachte nur, eher die Unterteile aufzuheben. Und wenn schon als Oberteil, dann mit einer dem Farbtyp entsprechenden "Barriere". ZB mag ich gerade mein getupftes Jerseyoberteil in Khaki, das ich mit meinem schmeichelnden petrolfarbenen Loop kombiniere.

Einige Farbkonzepte bei Into Mind
Zum Thema Farbkonzept eine große Empfehlung für den Blog Into Mind aus Berlin, auf dem Anuschka Rees nicht nur verschiedene Farbkonzepte zum Nachmachen bietet sondern grundsätzliche Hilfestellung beim richtigen Zusammenstellen einer reduzierteren, konzentrierteren Garderobe. 


Grundüberlegung 2: Formensprache- das wird ein weiterer Artikel*.


Grundüberlegung 3:
Reduzieren, gewußt wie

Werkbuch von Into Mind
Tipp 1: Zum Thema Garderobe gebe ich in meinem Buch Tipps für einen stimmigeren und reduzierteren Kleiderschrank und ich gehe gerade daran- weil dieses Thema so groß ist- daraus mein zweites Buchprojekt zu machen. 

Wie oben erwähnt, empfehle ich Dir Into Mind. Anuschka Rees fasst sehr viel zusammen, was wichtig ist für einen klaren, aufgeräumten Lebensstil und eine ebensolche Garderobe. Sie gibt Anleitungen für Basisgarderoben, Tipps für Farbkonzepte und hat all dieses Wissen in ein Büchlein zusammengefasst, das man bei ihr bestellen kann. Wer sich darüber hinaus für einen reduzierten Lebensstil begeistern kann- und ich denke, es werden immer mehr- findet hier sehr wertvolle Hinweise, schön zusammengefasst.

Und noch ein Blog namens Un-fancy, der ideal für jene ist, die mit einer bestimmten Anzahl an Teilen unterschiedliche Style schaffen wollen. Übrigens: Hier lassen sich im Internet zahlreiche Sebstversuche nachlesen und nachsehen als Inspiration.http://tessamandine.over-blog.de/archive/2011-01/
oder http://www.daskleineblaue.de/?page_id=124




Tipp 2: Wer neu ist im Bereich Reduzieren, ausgeräumter Lebensstil im tatsächlichen wie auch übertragenen Sinne, der sollte mit dem Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags " von Karen Kingston beginnen. Sie beschäftigt sich nicht nur mit dem herumstehenden Gerümpel und allem, was zuviel ist, ihr Buch dehnt das Thema auch auf Ernährung, auf Beziehungen und vieles mehr aus. Ich blättere regelmäßig darin, wenn ich wieder einmal vom Zuviel überwältigt werde, denn die Ordnung und Struktur in Person war ich noch nie.




Das war es einstweilen von mir zu diesem Thema. Wenn ihr mehr darüber lesen wollt, mehr wissen wollt, dann schreibt mir, kommentiert, erzählt, wie es euch bei dieser Frage geht.Und welche Aspekte euch gerade besonders wichtig sind.













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