Stilvoll, kompetent und mit Klasse. Kleidung hilft.

Leinentop aus Herrenhemd. Christina Diwold für FrauJona&son
Formen sprechen
Die in unserem Kulturkreis üblichen Kleiderformen tragen Aussagen in sich, die wir unbewußt verstehen und selbstverständlich übernehmen. Politikerinnen und Politiker, Menschen im Managementbereich profitieren von klaren Formen, betonten Schultern und glatten Oberflächen. Viele Berufe erfordern eine Uniform und auch mit ihnen verbinden wir bestimmte Eigenschaften: der Polizist, die Soldatin, die Ärztin, der Anwalt, die Köchin, der Bankangestellte usw. Wir wären höchst irritiert, wenn sich diese nicht an ihre Kleidercodes halten würden. 

Kleidung formt den Körper, wir können uns dessen bedienen und uns unterstützen lassen, was natürlich keine anderen Menschen aus uns macht aber doch mithilft, die Persönlichkeit zu werden, die wir gerade sein wollen.

Folgende Fragestellungen sind immer wieder genannt geworden,(wer sich für andere Fragestellungen interessiert, die hier nicht erwähnt werden, sollte einen Kommentar schreiben oder mir eine Nachricht schicken- dann können wir beide darüber nachdenken):



Kompetent,präsent, respektiert
Ob in einem männerdominierten Beruf, ob bei einem Auftritt mit Mikrofon, bei einer Diskussion,ob beim Elternabend, es gibt Situationen, in denen es hilfreich ist, Kompetenz und Präsenz auszustrahlen und gesehen zu werden. Gerade, wenn man sich unsicher fühlt, vor anderen zu sprechen oder dies nicht gewöhnt ist. 

Empfehlung: Blazer, Kostüm, Anzug, flache bis mittelhohe Schuhe, gewebte Blusen, Stoffhosen, dunkelblaue, schmale Jeans ohne "Bearbeitungen", Bleistiftröcke, Etuikleider.Klar definierte Frisuren. Verzicht auf große Muster, zu dehnbare, weiche Stoffe, zu körperbetonte Kleidung, billiger Jersey und Blingbling( auffälliger Schmuck, Glitzer, etc). 

Kleidung, die klare Formen schafft, bevorzugen. Blazer mit betonten Schultern modifizieren die Körperform, nivellieren den Körper und schaffen eine neutralere Fläche, schaffen Distanz. Dies lenkt den Blick auf das Gesicht, den Ausdruck, die Gesten der Hände. Feste Formen umhüllen den Körper und stabilisieren ihn. Sehr gutes Mittel, wenn man eine Stütze braucht. Weniger geeignet als Kleidungsstil im Privaten, weil zu distanziert.



Kompetent wirken in jungen Jahren. 
Dies ist das Beispiel eines Musters, das ich an verschiedenen Arbeitsstellen beobachtet habe und das mir erzählt wurde... mal war die Frau 25, mal 22, mal fast 30. Daraus habe ich meine Schlüsse gezogen, die euch möglicherweise helfen können

Eine junge Frau arbeitet in einem Büro als Assistentin, darf auch das eine oder andere Projekt realisieren. Sie würde gerne aufsteigen, weiterkommen, bleibt aber in der Assistentinnenposition stehen. Ich gehe hier von dem Fall aus, daß man trotz sehr guter Leistungen "übersehen" wird, weil man schüchterner als andere ist, "sich nicht so gut verkaufen kann" als andere, als zu jung und unerfahren eingestuft wird, als das Mädel des Teams gilt, oder aus anderen Gründen.

Zurück zur jungen Assistentin, die gar nicht mehr so jung ist. Sie ist 26, sieht aber aus wie 18. Ihr Stil ist mädchenhaft, jugendlich und sie könnte, so wie sie zurechtgemacht ist, noch in einer Schulklasse sitzen. Mit Schmetterlings-Spangen im modisch geschnittenen Haar, engen T-Sirts mit bunten Aufdrucken, schmalen Strickjacken, billigen Hosen und Schuhen. Sehr trendbewußt und günstig geshoppt, recht körperbetont und jerseylastig. Sie verfügt über ein kleines Budget, das sie regelmäßig zu H&M und Co trägt.

Empfehlung: Investiere dein Geld in hochwertigere Kleidung und in die Zukunft und lasse die Vergangenheit/Schulzeit/Studienzeit optisch hinter Dir. Schöne Stoffhosen, ein leichter Blazer, Blusen, ein schöner Pullover, klassische Schuhe ohne Extreme(Absatz, Schuhform, Details) sind jetzt wichtig. Eine schöne Tasche. Baue dir eine kleine Kollektion aus hochwertigen Basics auf, die du nach Belieben mit den schon vorhandenen trendortientierten Teilen kombinierst. Der Look wird insgesamt hochwertiger, aufgeräumter, erwachsener und seriöser, ohne langweilig zu wirken.Du bist bereit für höhere Aufgaben. Gute Basics müssen übrigens nicht teuer sein, wenn man auch über Secondhand- Onlineplattformen einkauft. Von diesem Thema gleich die Überleitung zum nächsten, das damit zusammenhängt.



Stilvoll aussehen, auch mit wenig Budget
Dies ist eines meiner Lieblingsthemen, denn dieses begleitet mich selbst durch mein ganzes Leben. Ob als Schülerin, Studentin, Mama und Teilzeitbeschäftigte, Geld ist in vielen Lebensphasen der Frau knapp. Es ist nicht schön, wenig Geld zu haben, obwohl man gut ausgebildet ist oder sogar studiert hat oder gerade wegen der Kinder kürzertreten muß oder wegen seiner Neigung zu Fachbereichen abseits von Wirtschaft und Technik ein kleineres Gehalt bezieht. Trotzdem ist es möglich, stilvoll und "classy" auszusehen!


Kleidung kann uns respektabler, präsenter und kompetenter aussehen lassen, mit dem richtigen Style kann man aber auch seinen eigenen finanziellen und sozialen Status "upgraden". Wie gerade Kreative wissen, ist Geld nicht alles und noch lange keine Garantie für Stil. Das Gefühl für Ästhetik muß man sich aneignen, unabhängig von seiner Herkunft. Wie kann man nun möglichst viel aus seinem Geld herausholen?

Indem man bewußt in wenige, gute Stücke investiert und Secondhand in seine Garderobe integriert. Folgende Tipps, die in meinem Buch ausführlicher behandelt werden, möchte ich euch vorstellen:

1.Weniger ist mehr. Tatsächlich lebt ein hochwertiger Stil vom Weglassen. Ein Schmuckstück (Erbstück oder ein Zufallsfund) statt eines ganzen Sets, ein schlichter Pullover statt der üppigen Bluse. Klassiker statt Trendteilen mit Ablaufdatum.


2. Mitläufer und bestimmende Stücke.
Wie Anna Johnson in ihrem unterhaltsamen Buch Style Queen bin auch ich der Meinung, daß ein gut gearbeiteter Mantel die ganze Erscheinung bestimmt und aufwertet. Es lohnt sich daher immer, in ein gutes Stück zu investieren. Dieses finde ich meist auf Plattformen wie Willhaben. Auch schöne Kleider oder gute Schuhe sind bestimmende Stücke. Bei anderen Teilen lässt sich dafür sparen, bei klassischen Blusen etwa oder Hosen. Sie alle erhält man auch gebraucht. Oder man investiert genau in diese Basics, denn diese zieht man am häufigsten an. Apropos gute Basics: Ich trage und liebe meine cognacfarbenen hohen Stiefel schon seit 11 Jahren! Die "schöne" Tasche ist Secondhand. Beide sehen gut aus, weil sie schlicht sind und eine gute Form besitzen. Und weil ich sie pflege.


3. Outfits zusammenstellen und griffbereit halten. 
Stelle dir ein Outfit nach deinem Geschmack zusammen, etwa ein
  • Etuikleid+Mantel+Stiefel+Strumpfhose+Tasche,farblich und vom Material perfekt aufeinander abgestimmt. 
  • Kostüm mit passender Bluse+Tasche+Pumps
  • Anzug, Bluse, Schnürschuhe, schöne Uhr.

Hänge sie zusammen und nimm sie bei Bedarf aus dem Kasten.
Je nach Budget und Lebensstil kannst du dir auf diese Weise einige Outfits zusammenstellen und erhältst neue Kombis, wenn Du innerhalb dieser Gruppen zusammentauschst. Ich würde diese Teile zusammenhängen, um den Überblick zu bewahren. Klasse bedeutet Weglassen. Uni statt Muster. Gewebte Stoffe statt Jersey. Kaschmirpullover statt Sweatshirt, schmale Hose statt Skinny Jeans.


4. Haare und Make-up, Körper und Haltung.
Natürlichkeit ist Trumpf. Ob es um Augenbrauen, Haare oder Fingernägel geht, hier ist weniger wieder einmal mehr.
Mein Mann hat mehr als ein Jahrzehnt für eine adelige Familie gearbeitet und so bekam ich Einblicke in den Stil der High Society. Davon mit inspiriert lassen sich einige klare Empfehlungen ableiten:

- gute Körperhaltung, gute Körperspannung
 
- wenig Make-up und wenn, dann um das Hautbild zu verbessern, Augen zu akzentuieren und dergleichen, ohne angemalt auszusehen

- natürliche Augenbrauen, sanft betont, statt stark gezupfter, gefärbter Linien

- klassischer Haarschnitt, weich gefönt. Naturfarben statt kräftiger  "falscher" Farben.

- Hände gepflegt, Fingernägel gepflegt, in zarter Farbe lackiert.


Zum Schluß: Die wichtigste Zutat für den classy Stil, für einen kompetenten, präsenten Auftritt und alles andere ist eine gute Meinung von Dir selbst. Liebe Dich einfach, nimm Dich an und freue Dich daran, die zu sein, die Du bist! Ohne immer im Hinterkopfzu sagen- ich nehme mich an.....ja...eh.. mit meinen Stärken und Schwächen...hm..- lasse dich inspirieren von an all den schönen Dingen, die uns umgeben: die Rose etwa, die als Strauch schön ist, als Knospe, als Blüte, beim Verblühen. Denke an Steine, die in sich immer kleine Kunstwerke sind. Da gibt es keine Stärken und Schwächen sondern pures Sein. Sei umarmt, classy Frau!

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