Besser leben mit weniger Plastik

Diesen Text habe ich schon letzten Herbst geschrieben und im Zuge meiner Buchrezension von "Besser Leben ohne Plastik" möchte ich ihn euch nicht vorenthalten. Ob noch irgendetwas an Neuem für euch dabei ist? :-)

Plastik ist überall. Sei es die Tastatur des Computers, die Verpackung der Nudeln im Supermarkt, die eingeschweißte Gurke, die Fleecejacke, der Kunstfaserpullover, die Barbiepuppe oder der Legobaustein. Manche Dinge verwenden wir jahrelang, andere nur einmal als billiges Wegwerfplastik. Alleine in Österreich werden laut Greenpeace jedes Jahr rund eine Milliarde Plastiksäcke ausgegeben. Plastik ist allerdings auch im Kaugummi, den wir kauen und im Duschgel, mit dem wir uns waschen. Spätestens seit dem Film „Plastic Planet“ wissen wir, dass die negativen Seiten von Plastik zu gewaltig sind, um diese länger zu ignorieren.
Plastik, ein Erdölprodukt, schädigt unsere Gesundheit, wird mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht und lässt sich nicht biologisch abbauen. 

credit:Umweltbundesamt
Und weil ein großer Teil nicht ordnungsgemäß zurückgeführt wird, landet vieles in der Natur und letzten Endes in unserem Körper. Wasserproben der Donau haben heuer gezeigt, dass diese mehr Plastikpartikel als Fischlaich enthalten. Im Nordpazifik hat sich gegenwärtig ein Plastikmüll-Teppich in der Größe von Zentraleuropa gebildet. Seevögel sterben qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten verwechseln Sackerl mit Quallen und Fische Plastik mit Plankton. 

Plastiktüten überdauern schätzungsweise 20 Jahre, PET-Flaschen zerbröseln nach 450 Jahren und Fischernetze „überleben“ 600 Jahre! Kein schönes Erbe, welches wir unseren Nachkommen hinterlassen. Was tun? Plastik vermeiden, wo es nur geht.

Es gibt genügend Alternativen zu diesem Problemstoff, die gesünder, umweltfreundlicher und ästhetischer sind. Wer sein Leben plastikfreier gestalten will, findet im Internet genügend Informationen und Tipps auf dem Weg dazu. Hier nun einige Tipps aus Rieder Haushalten. Vielen Dank an alle, die diese Sammlung mit ihren Praxisbeispielen bereichert haben.


1. Eigene Taschen mitnehmen. Stoff­taschen für Einkäufe lassen sich gut zusammenfalten und mitnehmen.
Marmeladengläser statt Tupperware
2. Offene Lebensmittel, umweltfreundlich verpackte Waren bevorzugen, Plastik wiederverwenden. Da man erfahrungsgemäß dem Plastik nicht ausweichen kann, empfiehlt es sich, die Plastikverpackung (Frühstücksflocken, etc) zu säubern und weiter zu verwenden.

3. Glasflasche statt Plastik. Diese gibt es in verschiedensten Größen und Ausführungen in „Schön“. Doch im Grunde tut es jede saubere Glasflasche.

4. Behälter aus Glas oder Edelstahl statt Tupperware. Gurkengläser, Marmeladengläser, große und kleine Gläser, die leergegessen wurden, sie alle können sehr gut im Haushalt verwendet werden. Edelstahl-Dosen und Glasbehälter kann man online kaufen.

5. Es geht auch ohne Frischhalte- und Alufolie.

6. Schneidbretter aus Holz bevorzugen. Plastik ist Holz in puncto Hygiene keineswegs überlegen. Es besteht sogar die Vermutung, dass sich Bakterien auf Plastikbrettern wohler fühlen als auf Holz, da dieses antibakteriell wirkt. Holzbretter lassen sich zudem abschleifen, dann sehen sie aus wie neu.

7. Küchenhelfer aus Holz verwenden. Hitze und Kunststoff, man kann sich vorstellen, dass dies nicht zusammenpasst. Durch das Erwärmen lösen sich Chemikalien aus Küchenfreunden oder Backformen. Besser sind Formen aus Metall oder Keramik. 

selbstgemachte Deocreme- mein Rezept
8. Mikroplastik in der Körperpflege. In vielen Duschbädern, Hautcremen, Make-ups, Peelings und bis vor kurzem in Zahnpasten versteckt sich Mikroplastik als billiger Füllstoff oder als glitzernde Zutat in Kinderseifen. Diese Plastikkügelchen sind so klein, dass sie in Kläranlagen nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden können und auf diese Weise in unseren Gewässern und in den dort lebenden Tieren landen. Die folgenden Listen im Internet zeigen, welche Produkte belastet sind: www.greenpeace.org/austria/de/themen/konsum/ oder www.bund.net/mikroplastik. Die Alternative: auf Naturkosmetik umsteigen und einfache Produkte selber machen, siehe Buchtipp.

9. Haarseife statt Shampoo: Haarseifen brauchen keine Verpackung und stehen flüssigen Shampoos um nichts nach.

10. Putzmittel: Putzmittel stecken in Plastikverpackungen. Zudem sind Mittel für jeden einzelnen Fleck völlig unnötig. Die Klassiker des Putzens sind auch heute noch Essig, Zitronensäure und Natron. Die leeren Sprühflaschen lassen sich gut weiterverwenden. Buchtipp im Infokasten.

11. Gebraucht kaufen statt Neu: Die Barbie Puppe, das Lego Set, die DVD, das Smartphone, Sportbekleidung, etc, all diese Dinge finden sich auf Verkaufsplattformen wie Willhaben in neuwertigem Zustand. Auch im Bekanntenkreis finden sich ungebrauchte Schätze. Es macht Sinn, Dinge von anderen weiter zu verwenden als nur deswegen etwas zu kaufen, weil es „neu“ ist. Und sich besser zwei Mal fragen, ob man jenes unbedingt braucht oder ob es sich nur um eine Laune handelt.

12. Plastikmüll in der Natur: Aufheben und entsorgen. Plastik gehört nicht in die Umwelt. Die Natur und die Mitmenschen freut es außerdem und man hat eine gute Tat vollbracht.


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·         Buchtipp!  „Besser leben ohne Plastik“, 2016, oekom Verlag.  Viel Infos und Praxistipps.
·         Buch Plastikfreie Zone: Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoff zu leben“, Sandra Krautwaschl, 2012, Heyne Verlag
·         Onlineshops für Haushaltsprodukte: www.beechange.com, www.pureandgreen.at
·         Kosmetik: Produktliste von Kosmetikprodukten mit Mikroplastik: http://www.greenpeace.org/austria/de/themen/konsum/
·         Buchttipp: Grüne Kosmetik, Gabriela Nedoma, Freya Verlag. Einfache Rezepte für jeden Tag.
·         Buchtipp: Ökologische Haushaltsreiniger selber machen. Sandra Cramm.
·         Holzlöffel, Quirl: erhältlich bei Krottenthaler, Obenberg
·         Trinkflaschen aus Glas: living-store.at( Linz), pureandgreen, beechange
·         Lebensmittel unverpackt: Holis Linz. http://holis-market.at

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